Dreckig, dreckiger, Itzehoe

Begonnen von porschekiller, Samstag, 13. Januar 2007 - 18:06:22

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ae8090

Stimmt. Die Technik ist da, mechanische und chemische Mülltrennung könnnte das alles viel genauer und effizienter. Das wäre der Vorteil

Nachteil: Grade in der Mülltrennung von Hand bekommen auch Menschen einen Arbeitsplatz, die nun nihct grade Dipl.Ing. sind. Wir würden letztlich zwar einige wenige hochqualifizierte Arbeitsplätze in den modernen Mülltrennungsanlagen schaffen, aber dann doch einige mehr an Arbeitsplätzen abbauen, zu denen keine besondere Qualifikation nötig ist.


breughel

Zitat von: DrKloebner in Donnerstag, 14. Januar 2010 - 11:09:42
Ach, was hab ich das doch gut! Ich brauch meinen Müll nur in den Keller bringen. Um die Abfuhrtermine kümmern sich die Hausmeister!
und dafür zahlst Du natürlich auch..............


Blubb

Zitat von: ae8090 in Donnerstag, 14. Januar 2010 - 12:44:16
Stimmt. Die Technik ist da, mechanische und chemische Mülltrennung könnnte das alles viel genauer und effizienter. Das wäre der Vorteil

Nachteil: Grade in der Mülltrennung von Hand bekommen auch Menschen einen Arbeitsplatz, die nun nihct grade Dipl.Ing. sind. Wir würden letztlich zwar einige wenige hochqualifizierte Arbeitsplätze in den modernen Mülltrennungsanlagen schaffen, aber dann doch einige mehr an Arbeitsplätzen abbauen, zu denen keine besondere Qualifikation nötig ist.



Ja, aber kann dies wirklich DAS Argument sein, um eine teure und ineffektive Mülltrennung beizubehalten? Ich will mit dieser Frage nicht provozieren. Sie ist vollkommen Ernst gemeint.

Bernd

Zitat von: Bernd in Mittwoch, 13. Januar 2010 - 20:06:54
Liebe Forumsmitglieder,

ist das Lesen, Führen und Benutzen eines Kalenders unter Einbeziehung der Abfuhrtermine wirklich so schwierig?
Ist der Zeitaufwand, um im ungünstigsten Fall täglich in einer Woche Müll von seiner Wohnung an die Straße zu stellen, so belastend?
Ist das Schreiben von Beiträgen in diesem Forum wichtiger, als kurz den Müll an die Straße zu stellen?

Eure Meinung bitte!


Ich bedanke mich sehr bei denen, die auf meine Fragen recht ausführlich geantwortet haben.
So schwierig scheint das Problem beim Hausmüll nicht zu sein.

ae8090

Zitat von: Blubb in Donnerstag, 14. Januar 2010 - 12:55:32
Zitat von: ae8090 in Donnerstag, 14. Januar 2010 - 12:44:16
Stimmt. Die Technik ist da, mechanische und chemische Mülltrennung könnnte das alles viel genauer und effizienter. Das wäre der Vorteil

Nachteil: Grade in der Mülltrennung von Hand bekommen auch Menschen einen Arbeitsplatz, die nun nihct grade Dipl.Ing. sind. Wir würden letztlich zwar einige wenige hochqualifizierte Arbeitsplätze in den modernen Mülltrennungsanlagen schaffen, aber dann doch einige mehr an Arbeitsplätzen abbauen, zu denen keine besondere Qualifikation nötig ist.



Ja, aber kann dies wirklich DAS Argument sein, um eine teure und ineffektive Mülltrennung beizubehalten? Ich will mit dieser Frage nicht provozieren. Sie ist vollkommen Ernst gemeint.

Ganz ehrlich?

ich weiß es nicht!

Ich weiß, dass wir viele viele Arbeitsplätze für Menschen, die alle möglichen Begabungen und Talente haben, nur eben nicht die Begabung, komplexe Zusammenhänge zu erlernen und zu verstehen, in den zurückliegenden Jahre verloren haben und nur sehr wenige entsprechende Arbeitsplätze dazu gewonnen haben.

Ich greife einfach relativ wahllos einige Beispiele, die mir grade durch den Kopf gehen, heraus.
- Was gab es am Hamburger Hauptbahnhof zu meiner Kinderzeit für eine Vielzahl an Gepäckträgern. Sicherlich kein Job, zu dem man Abi braucht. Aber die Jungs haben ihre Familien damit ernährt. Irgendwann hat die Bahn den Service eingestellt.
- Jede Firma mit mittlerem Betriebsgelände hatte früher einen Hofmeister; der hat morgens das Betriebstor aufgeschlossen und abends wieder dicht gemacht. Dazwischen hat er den Hof gefegt, den Rasen gemäht, die Rabatten geharkt, von mir aus auch dem Chef die Zeitung geholt oder den Strauß Blumen für die Gattin oder die Geliebte. Na und? Dies Jungs brauchten nicht unbedingt 'ne Ausbildung, aber ihre Familie konnten sie trotzdem ernähren.
- Bei Karstadt in HH gab es Fahrstuhlführer. Nix mit selbst den Knopf drücken. Das fasst man sich heute an den Kopf, da waren wirklich nette Herren in gepflegter Kleidung im Fahrstuhl, die frugen, in welches Stcokwerk man wolle und dann drückten sie auf den entsprechenden Knopf. Ich entsinne bei Karstadt in der Mönkebergstraße mehrere Fahrstühle nebeneinander. Jeder hatte einen eigenne Fahrstuhlführer. Ich bezweifel, dass die eine großartige Ausbildung brauchten.

Ich weiß, dass sich die Zeit nicht zurück drehen lässt. Ich weiß es.

Aber trotzdem: All die Menschen, die solche Jobs machen konnten und auch immer noch machen könnten, stehen heute am Lornsenplatz in der Schlange. (Ich weiß, da stehen auch noch viele andere, die durchaus jede Menge Qualifikationen haben. Aber mein Blickfeld in diesem Post sind eben die anderen, die ohne besonderen Qualifikationen, jene, ohne hohe Begabungen.)

Ich frage Dich, was ist besser:
Wenn Menschen, die nur wenige oder sogar gar keine schulischen und/oder beruflichen Qualifikationen haben, solche Jobs wir oben beschrieben machen und durch ihre eigene Arbeit sich und ihre Familen ganz oder zumindest teilweise ernähren können, oder wenn wir als Gesellschaft ganze Gesellschaftsgruppen von der Arbeit entwöhnen und sie zu dauerhaften Empfängern von staatlichen Leistungen machen?

Wir müssen nicht alle Fehler, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, ständig wiederholen. Vielleicht können wir einmal an einer Stelle zeigen, dass wir lernfähig sind.

Du sagst, dieses System sei teuer. Betriebswirtschaftlich betrachtet magst Du Recht haben. Mir liegen zwar keinerlei Zahlen vor, aber ich bin davon überzeugt, dass Du Recht hast.

Aber stimmt das auch volkswirtschaftlich?

Würden wir das "kostengünstigere" System einführen, was passierte denn dann? Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze würde sich in diesem Segment (Mülltrennung) dramatisch verringern. Es würde vermutlich mehr hoch qualifizierte Arbeitplätze geben, ja, das sei zugestanden. Aber eben deutlich weniger für die Schwächsten der Gesellschaft. Und die meisten von ihnen würden in die Arbeitslosgkeit fallen. Und davon widerum die meisten in die Langzeitarbeitslosigkeit.

Bezahlen würden das a. jene mit den qualifizierten Arbeitsplätzen, denen evtl noch mehr von ihrem Brutto abgezogen werden müsste und weil das nicht reichen wird b. unsere Kindeskinder, denn wir haben das Geld, welches wir heute verdienen, schon vor vielen Jahren ausgegeben.

Dietrich Bonhoeffer hat einmal das Wort geprägt "Dem Rad in die Speichen greifen". Er sagte das vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und meinte, obwohl er Gewalt grundsätzlich abgelehnt hat, dass es in bestimmten Situationen geboten sein kann, trotzdem Gewalt anzuwenden. Kurz: er sprach vom Tyrannenmord.

Vielleicht ist es gar kein Tyrann aus Fleisch und Blut, der uns am meisten bedroht, sondern vielmehr einer aus Ideologie. Aus der Ideologie, dass immer alles gemacht werden muss, was denn machbar ist. Aus der Ideologie, dass die Betriebswirtschaft das alleinige Maß aller Dinge ist.

Ich bin selbst Unternehmer und muss betriebswirtschaftlich denken und handeln, sonst geht mein kleiner Betrieb ziemlich schnell den Bach runter. Aber als Gesellschaft müssen wir doch das Ganz im Blick haben, müssen wir doch volkswirtschaftlich denken. Ganzheitlichkeit, das war mal ein wichtiges Stich-, fast sogar ein Schlagwort. Wo ist es geblieben?

Oder um es auf eine zugegebenermaßen ziemlich vereinfachte, aber durchaus griffige Formel zu bringen, die sich an unser Beispiel (damit ich nach dem langen Excurs auch mal zum Thema zurück komme) anlehnt: Es mag sein, dass wir ein paar Euro Müllgebühren sparen würden, wenn wir das System umstellen. Aber wir zahlen dann an anderer Stelle (und ich vermute mal deutlich mehr) wieder oben drauf, um die Folgekosten zu bezahlen.

Koch Th

 ???  ??? Was hat das mit Itzehoe/dreckiges Itz. zu tun.

Müll bzw. Mülltrenung ist ein Weltweites Problem. Wir produzieren einfach zu viel Müll.
Mit Jungen Leuten bleibt mann jung

Paul Schrader

Zitat von: Koch Th in Freitag, 15. Januar 2010 - 18:06:31
Müll bzw. Mülltrenung ist ein Weltweites Problem. Wir produzieren einfach zu viel Müll.

Wir produzieren aber auch nicht weniger, wenn wir schön brav alles trennen und in verschiedenfarbige Säcke/Tonnen werfen.

Slartibartfass

Wenn wir weniger unnötigen Müll produzieren würden, würden wir auch weniger wegwerfen müssen.
Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.

Paul Schrader

Und bräuchten wir ihn dann (wenn wir weniger Müll produzieren) auch nicht mehr schön sauber trennen?

Slartibartfass

Zitat von: Paul Schrader in Freitag, 15. Januar 2010 - 19:28:19
Und bräuchten wir ihn dann (wenn wir weniger Müll produzieren) auch nicht mehr schön sauber trennen?
Zumindestens müsste dann weniger getrennt werden.  8)
Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.

wutz


Der Besitzer dieser Grundstücke hat die Bürgermeisterkandidaten mal gefragt, was sie denn gegen den Dreck in Itzehoe tun wollen.
Wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen.
Beide Grundstücke sind sowas von verdreckt, und das am "Eingang" zur Innenstadt.





breughel

Und nach einem Jahr, in dem hier kein Beitrag kam, endlich mal wieder jemand, der sich an das Thema erinnert.
Breite Straße, Feldschmiede, Beekstraße, Ölmühlengang, Sandberg, Paaschburg - ganze Alben könnten hier veröffentlicht werden.

Capitano

Eine Beobachtung von heute in der Gr. Paaschburg: Ein älterer Herr fegte nach alter gutbürgerlicher Sitte am Sonnabend Vormittag den Bürgersteig.  Schön, dachte ich - aber denkste, weit gefehlt - der zusammengekehrte Dreckhaufen wurde dann einfach mit Schwung auf die Straße geschoben und fertig war Mann.   

Koch Th

Ich habe da auch noch zwei Beispiele für .... ja wie soll mann das nennen ??

1.  Ich fuhr letztens zur B77raus Tegelhörn durch den Waldweg. : Dort waren haufen mit Müll (als wenn jemand seinen Kübel entleert hat ) . Sogar sortiert. Plastick (gelb) Berge von Windeln (Pampers) entleerte Autoaschenbecher. MC-Donals -Menüs,Pizza-Kartongs U.S.W. .


2.
Letzen Sonntag ging ich vom ca.Ostlandplatz in die Innenstadt .: Der Weg bzw Wegesrand war gesäumt von Unrat . Als ich mein Ziehl erreicht hatte,war ich fast Satt.

Kommentar: mir fehlen die Worte.
Mit Jungen Leuten bleibt mann jung