UWI macht Druck

Begonnen von Kuno, Dienstag, 18. Mai 2010 - 17:54:53

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Kuno

Wie in einem Bericht in der NR heute zu lesen ist macht die UWI jetzt Druck
auf die kleinen Angestelten bei der Stadtverwaltung:
                                                                                   Reinigungsdienst
                                                                                   Hausmeister
                                                                                   Sozilpädagogen
                                                                                   
Ausserdem sollen die Elternbeiträge für Kindergärten MODERAT erhöht werden.

Auch die Ausgaben für das Theater sollen (endlich einmal) auf den Prüfstand.

Ebenso die Ausgaben für den Winterdienst, jetzt vom Kommunalservice (Bauhof)  

Haushaltskonsolidierung nennt man das.

GÄHN...

breughel

Ich habe es schon mal in einem anderen Zusammenhang deutlich geschrieben: Seit ewiger Zeit wird an Hausmeistern und Reinigungsdienst gespart und es wird ein böser Druck aufgebaut.
Ich empfinde das als Schweinerei. Es ist wie eine Sucht: Bauhof, Reinigung und gewerbliche Arbeit wird generell gering geschätzt. Dabei schaffen diese Gruppen täglich die Basis für soziales Miteinander.
Einige Sozialpädagogenaktivitäten und so manche "Genderaktion" und deren "Genderinnen" allerdings erscheinen mir manchmal als purer Aktionismus.

Peter D.

Zitat von: breughel in Dienstag, 18. Mai 2010 - 20:35:27
Ich habe es schon mal in einem anderen Zusammenhang deutlich geschrieben: Seit ewiger Zeit wird an Hausmeistern und Reinigungsdienst gespart und es wird ein böser Druck aufgebaut.
Ich empfinde das als Schweinerei. Es ist wie eine Sucht: Bauhof, Reinigung und gewerbliche Arbeit wird generell gering geschätzt. Dabei schaffen diese Gruppen täglich die Basis für soziales Miteinander
...

Das sehe ich sowas von genau so; habe bei etlichen vorherigen 'Konsolidierungsgesprächen' exakt so argumentiert... :clap :clap :clap
"Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht. Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten." (Dieter Nuhr)

breughel

Und in der UWI sitzen noch zwei Überläufer von der Linkspartei - die hatten sich vorher wohl verlaufen.
Ich habe noch mal in die NR geschaut (wirkt durchaus verdauungsfördernd): da wird mal wieder Privatisierung propagiert und Qualitätskontrolle usw. - die Herren und Damen sollen mal die Homepage der Nordakademie aufrufen: www.nordakademie.de Dort finden sie unter der Rubrik sämtliche Reinigungskräfte aufgeführt und den Hausmeister, der ein prima Kerl ist- man hat dort nämlich genau das Gegenteil gemacht - fest angestellte und gut bezahlte Kräfte gehören zum Team!
Aber die UWI samt IBF ( ist irgendwie abgetaucht) sind halt ganz besondere Clubs.

Kuno

Seit X Jahren wird bei der Stadt der Haushalt konsolidiert. Ich verstehe nicht was die oa.Aussage noch soll. Das ist doch Schnee von gestern. Das Kämmereiamt der Stadt gibt hierüber gerne Auskunft, da bin ich mir sicher.
Das alles ist doch nur noch Ärgerlich!

ae8090

Ich bin gewiss kein Verfechter von übertriebener Staatskultur im wirtschaftlichen Bereich, aber grade bei Reinigungskräften lässt sich wunderbar exemplarisch belegen, wie solche Schüsse der Privatisierung auch nach hinten losgehen können. Da wird zB in einer Schule (oder Rathaus, oder Kreishaus, oder oder oder) den reiningskräften gekündigt, weil der private Anbieter das ja alles angeblich viel günstiger kann. Der kann das, weil er deutlich niedrigere Löhne zahlt. Nicht immer, aber oftmals zu niedrige Löhne.

Die Arbeitnehmer/innen haben dann am Monatsende zu wenig in der zumeist nicht mehr vorhandenen Lohntüte und müssen aufstockend ALG II beantragen. Sie kommen dann zwar ungefähr auf das gleiche wie vormals, als sie noch bei der Schule (oder oder oder) fest angestellt waren, müssen aber das (oftmals unwürdige) Procedere des Amtes über sich ergehen lassen.

In einer Gesamtschau lässt sich sagen: Der Staat zahlt in einem Fall aus einem Topf die Summe x (nämlich den Lohn der Reiningskraft), im anderen Fall aus unterschiedlichen Töpfen die Summe x/halbe (wenn der private Dienstleister seine Rechnung stellt) plus x/halbe (aufstockend ALG II) und dann noch zusätzlich den Sachbearbeiter am Lornsenplatz.

Volkswirtschaftlich betracht dürften die Kosten durch derartige Privatisierungen vermutlich höher sein.

Es mag für ein Wirtschaftsunternehmen im Einzelfall Sinn machen, derartige Dienstleistungen einzukaufen*, für öffentliche Anstellungsträger bin ich da sehr sehr skeptisch.


* und selbst her setzen nach wie vor viele Unternehmen auf die festangestellte Reinigungskraft, die sich mit ihrem Unternehmen identifiziert

breughel

Ein wichtiges argument wurde nicht genannt bisher - es geht auch darum, dass von oben nach unten kontrolliert und eingespart wird - altes Muster - und dass mangelnde Achtung und gnadenlose Sparmaßnahmen zu einer Demotivierung führen. Dafür kauft man dann Seminare bei
Motivierungskünstlern ein und vera.. so die Mitarbeiter endgültig.

Kuno

Es müssten auch mal ein paar Häuptlinge eingespart werden und nicht immer nur Indianer

breughel

Vielleicht machen die so durch die UWI benannten Mitarbeitergruppen mal einen Besuch bei UWIs?

Kuno

"Die Verwaltung hat einen Wasserkopf, der unmittelbar in
einen ungeheuren Verdauungsapparat übergeht"

                                                                                C.N.Parkinson
                                                                                engl.Historiker
   

Rizzi

Zitat von: Kuno in Mittwoch, 19. Mai 2010 - 11:53:51
"Die Verwaltung hat einen Wasserkopf, der unmittelbar in
einen ungeheuren Verdauungsapparat übergeht"

                                                                                C.N.Parkinson
                                                                                engl.Historiker
   

Dieser Herr sagte auch:

ZitatBei Budgetdebatten ist die für die Diskussion eines Ausgabenpostens aufgebrachte Zeit umgekehrt proportional zu dessen Höhe.

... was, denke ich, auch oftmals voll zutrifft.   ;)

ToRü | ToРуз

Tja, solange sich die Stadt schuldenfinanzierte Luxusbauten leistet, solange es keine ernsthaften Sparbemühungen und Konsolidierungsansaätze gibt - solange werden Kindergarteneltern und Gewerbetreibende stärker gemolken und Reinigungskräfte etc. eingespart werden müssen.

Wie hieß es doch in der NR? Zitat: "Haushalt der Vernunft"

Was daran vernünftig ist, über seine Verhältnisse zu leben und keinerlei Konsolidierungsschritte einzuleiten bleibt jedoch ein Geheimnis der beschließenden Mehrheit.
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

Peter D.

Zitat von: groundstar in Mittwoch, 19. Mai 2010 - 12:18:21
...
Wie hieß es doch in der NR? Zitat: "Haushalt der Vernunft"

Was daran vernünftig ist, über seine Verhältnisse zu leben und keinerlei Konsolidierungsschritte einzuleiten bleibt jedoch ein Geheimnis der beschließenden Mehrheit.


Zur Erinnerung: Die Zustimmung zum Haushalt 2010 erfolgte durch die Itzehoer Ratsversammlung am 25.03.2010 einstimmig.
Etwas irreführend, hier von einer sog. "beschließenden Mehrheit" zu schreiben - oder soll damit wieder 'mal etwas suggeriert werden?.
"Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht. Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten." (Dieter Nuhr)

ToRü | ToРуз

#13
Zitat von: itzefritze in Mittwoch, 19. Mai 2010 - 17:32:05
Zitat von: groundstar in Mittwoch, 19. Mai 2010 - 12:18:21
...
Wie hieß es doch in der NR? Zitat: "Haushalt der Vernunft"

Was daran vernünftig ist, über seine Verhältnisse zu leben und keinerlei Konsolidierungsschritte einzuleiten bleibt jedoch ein Geheimnis der beschließenden Mehrheit.


Zur Erinnerung: Die Zustimmung zum Haushalt 2010 erfolgte durch die Itzehoer Ratsversammlung am 25.03.2010 einstimmig.
Etwas irreführend, hier von einer sog. "beschließenden Mehrheit" zu schreiben - oder soll damit wieder 'mal etwas suggeriert werden?.

Nix.

Wie so oft wird einem Haushalt dann zugestimmt, wenn eigene Elemente sich dort wiederfinden.
Das war auch bei uns der Fall. Dennoch wurde deutliche Kritik an den überteuerten Neubauten geübt. Die Chance das tatsächlich Machbare zu finanzieren wurde vertan; eine teure, unnötige Fehlentwicklung wird gefördert.

Aber statt vor der eigenen Tür zu kehren und konsruktive Sparvorschläge zu unterbreiten und umzusetzen, schimpft eine Partei mit den anderen lieber auf Land und Bund und hofft " das sich die Wirtschaftskrise auf einem hohem Niveau einpendelt" Hier nachzulesen., Seite 133/134

Die Devise heißt sparen. Wenn ich privat das Konto leer habe, gibt mir die Bank auch keinen unbegrenzeten Kredit.
Dann muss ich auch sparen. Und was jeder privat kann, kann ich auch von einer Kommune erwarten, die ziemlich pleite ist.

In dem Zusammenhang ist es auch schön, das die SPD 15TEUR für Kinder in den Haushalt einstellen lässt, die aus finanziellen Gründen nicht am Mittagsstisch teilnehmen können. Gleichzeitg wird aber Eltern von Kindergartenkindern wohl ab 01.08.10 5% höhere Kitabeiträge zugemutet, die wiederum 9,500 EUR einbringen sollen. Hier nachzulesen, Seite 2

Da dadurch einige Eltern sich Kita aus finanziellen Gründen nicht leisten können, gehen deren Kinder dann eben nicht in die Kita oder die Eltern müssen sich beim Amt um einen Beitrag aus der Sozialstaffel bemühen - die übrigens der Kreis finanziert. Und wenn der Kreis sich das nicht mehr leisten kann, dann erhöht der die Kreisumlage und das zahlt dann wieder auch Itzehoe.

Familienfreundliche Politik, wie die CDU meint sie zu machen, sieht anders aus!
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

Peter D.

Underground, so köstlich - wie ich ihn liebe:

Erst sein irreführender Versuch mit seiner sog. "beschließenden Mehrheit" - dann auch noch völlig ausgeblendet:

Es waren insbesondere die Mitglieder der FDP-Fraktion in der Itzehoer Ratsversammlung, die in der Vergangenheit vehement für die Kita-Beitragserhöhung argumentiert haben mit dem Hinweis auf das 'dritte beitragsfreie Kita-Jahr', das jetzt von selbiger Landtagsfraktion vor der Abschaffung steht.

Verlogenheit, Dein Name sei ...

Und wie passt der (völlig zutreffende Aspekt!) dann zu obiger Argumentation:
Zitat von: groundstar in Mittwoch, 19. Mai 2010 - 18:08:29

Da dadurch einige Eltern sich Kita aus finanziellen Gründen nicht leisten können, gehen deren Kinder dann eben nicht in die Kita oder die Eltern müssen sich beim Amt um einen Beitrag aus der Sozialstaffel bemühen - die übrigens der Kreis finanziert. Und wenn der Kreis sich das nicht mehr leisten kann, dann erhöht der die Kreisumlage und das zahlt dann wieder auch Itzehoe.

Und jetzt: Hopp, hopp, der underground-Salto rückwärts wird erwartet!
"Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht. Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten." (Dieter Nuhr)