Moin,
auf dem Malzmüllerwiesen gibt es doch diese große Schachtabdeckung da hinter dieser Wohnmobil-Schei....-Entsorgungsstation. Ich habe vor kurzem mal irgendwo im Netz etwas darüber gelesen, habe aber nur noch in Erinnerung, daß sich darunter ein 20 m tiefer Schacht verbirgt.
Kann mir dazu jemand etwas erzählen? Ach, und wo ich gerade dabei bin - hat auf dem Malzmüllerwiesen mal eine Mühle gestanden? Und ist der Teich der Mühlenteich, oder wurde das ganze Gelände erst Anfang der 70er, als die Störschleife zugeschüttet wurde angelegt??
Ich würde mich freuen, wenn jemand zu meiner Erhellung (nur in Bezug auf dieses Thema!!) beitragen könnte.
Schönes Wochenende - KATHRIN ;D
Hallo,
die Entsorgungs/Versorgungseinrichtungen sind Reste des Otto-Eisenmann-Gedächnis-Stadion.
Gruß Martin
Gibt's da noch Bilder vom Stadion? Kann mich dunkel an gemauerte Überreste (Tribüne ???) erinnern.
Wünsche auch ein schönes Wochenende
Das hab ich nun garnicht auf dem Sender.
Weitere Infos wären super...
Vermutlich dieser (http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Eisenmann) Otto Eisenmann.
Aber vom Stadion habe ich da auch noch nie was gehört.
Stadion ist auch ein übertriebener Ausdruck.
Es war eher ein offener Sportplatz mit Tribüne.
Und tatsächlich wurden die Malzmüllerwiesen in den frühen 70er Jahren aufgeschüttet. Und zwar mit Sand vom Ochsenmarktskamp oberhalb der Fehrsstrasse.
Zitat von: Yogibaer in Samstag, 20. Oktober 2007 - 10:06:07Und zwar mit Sand vom Ochsenmarktskamp oberhalb der Fehrsstrasse.
Guter Bär,
Informationen sind immer interessant, besonders beim Frisör oder bei Ärzten im Wartezimmer.
Die Ochsenmarktskamper sind froh, dass sie ihren Sand behalten haben, denn da stehen ihre Häuser drauf. Schau einmal bei den Stiften nach, da könntest Du vielleicht fündig werden. Mit dem Sand wurde die Stör um ihre Schleife beraubt und das ist schon schlimm genug.
Hallo,
Otto Eisenmann war selber Sportler, und hat sich dafür auch sehr eingesetzt.
Ergebnis war eben unter anderem das Otto-Eisenmann Gedächnisstadion.
Ungefähr so wie das Hörnlein-Theater oder bald der Blaschke-Park.
Ich kann mich noch gut an Veranstaltungen auf dem Sportplatz erinnern.
Fußballturniere und Bundesjugendspiele.
Auch die "Trockenweitundzielwurfangler" (der genaue Name ist mir entfallen) haben dort
trainiert. In der Sportart gab es sogar einen Weltmeister aus Itzehoe.
Na ja, nun haben wir den Schill
??? Hmmm.... das reicht mir nicht - weitere Infos gewünscht!!
Wo könnte frau denn sonstmal nachgucken - im Netz finde ich irgendwie nichts..... ??
Grüße - KATHRIN :-\
Hallo,
hier im Forum unter Itzehoe-Damals, hat Brüllmücke etwas über
die Verfüllung der Malzmüllerwiesen und der Störschleife geschrieben.
Gruß Martin
Zitathier im Forum unter Itzehoe-Damals, hat Brüllmücke etwas über
die Verfüllung der Malzmüllerwiesen und der Störschleife geschrieben.
...
...und zwar auf Seite 8:
http://www.itzehoe-live.net/index.php/topic,2434.105.html
Gruß Lampe
Zitat von: Martin100 in Samstag, 20. Oktober 2007 - 19:15:25
Hallo,
Otto Eisenmann war selber Sportler, und hat sich dafür auch sehr eingesetzt.
Ergebnis war eben unter anderem das Otto-Eisenmann Gedächnisstadion.
Ungefähr so wie das Hörnlein-Theater oder bald der Blaschke-Park.
Ich kann mich noch gut an Veranstaltungen auf dem Sportplatz erinnern.
Fußballturniere und Bundesjugendspiele.
Auch die "Trockenweitundzielwurfangler" (der genaue Name ist mir entfallen) haben dort
trainiert. In der Sportart gab es sogar einen Weltmeister aus Itzehoe.
Der Weltmeister war der Friseur in der Hindenburgstraße, Höhe Gutenbergstraße.
Nun ein paar Bilder von der alten Tribüne plus Sportplatz.
Zunächst aus diesem Büchlein, das es immer mal wieder bei ebay zu ersteigern gibt.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer01.jpg)
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer02.jpg)
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer03.jpg)
Die nächsten Bilder sind aus diesem Buch(ein zweites hat einen blauen Einband), außerdem sind hier noch Stadtpläne aus dem Jahr 1899 und 1999/2000 beigefügt. Das Buch gibt es z.B. im Bücherkänguruh zu kaufen.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer04.jpg)
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer05.jpg)
Und eine wunderschöne Ansicht aus Richtung des heutigen Theaters.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer06.jpg)
Kleiner Tipp noch: Die Bücher sind bestimmt ein gutes Weihnachtsgeschenk, ist ja nicht mehr sooo lange hin ;)
Ich kann mich erinnern, das wir in den 50er Jahren auf den Malzmüllerwiesen in Höhe der Schweinebrücke Fußball gespielt haben. Dann wurden wir dort verjagt, weil dort ein Stadion mit Tribüne gebaut wurde, das aber nie richtig angenommen wurde. Später war es dann ein Zirkusplatz.
Der Weltmeister im Casting war der Sohn Wolfgang des Friseurs Völz in der Hindenburgstr. Das Haus stand oder steht schräg gegenüber der Feuerwehrlinks neben dem Aufgang zum MTV. In dem Haus wohnten auch u.A, der ehemalige Brandmeister Oehlers mit Familie sowie auch die Zigarettenhändler Ölrich.
Hallo,
die Schweinebrücke war nur eine Behelfsbrücke, die mal im Hamburger Hafen abgestaubt wurde. Der Name kommt wohl daher, das davor in der Neustadt die Viehmarkthalle stand (Etwa da wo jetzt das neue Rathaus steht). In dem Foto, das die lange Brücke zur Breiten Straße zeigt, sieht man aber auch wie verschlickt die Störschleife war. Das gab eine schöne Geruchsbelästigung. So etwas wird in der Rückschau immer gern vergessen. Zu dem Foto stellt sich mir die Frage des Standortes des Fotografen.
Gruß Martin
Zu dem Foto stellt sich mir die Frage des Standortes des Fotografen.
Das wird das Hochhaus Bekstr. sein, das Ende ca. 1960 gebaut wurde.
Zitat von: Martin100 in Freitag, 26. Oktober 2007 - 07:49:26
... In dem Foto, das die lange Brücke zur Breiten Straße zeigt, sieht man aber auch wie verschlickt die Störschleife war. Das gab eine schöne Geruchsbelästigung. So etwas wird in der Rückschau immer gern vergessen. Zu dem Foto stellt sich mir die Frage des Standortes des Fotografen.
Herr Schwarz vom gleichnamigen Café erzählte mir mal, dass früher die Keller regelmäßig voll Wasser standen. Das Störsperrwerk kam ja auch erst 1975.
Der Mühlengraben und die Malzmühle
Am nordwestlichen Rand zur Breitenburger Straße werden die Malzmüllerwiesen begrenzt durch den Mühlengraben. Seine Quellen liegen im Freudental und im Eichtal. Im Osterhofer Teich an der Grossen Paaschburg vereinigen sich alle Zuflüsse. Unter dem Breitenburgerweg hindurch östlich des Westerhofs fließt er weiter bis an den Geestrand an der Breitenburgerstrasse.
Als Vorfluter fließt er dann weiter nordwestlich, bis ca. 1850 noch unter der Breiten Straße durch und mündete damals erst dahinter in den Stadtarm der Störschleife, heute etwa in Höhe des Durchgangs zur Vereinsbank hinter dem jetzigen Karstadt-Kundenparkplatz.
Hier stand auch die Malzmühle (heute etwa Haus Breite Str. 48), die bis um 1850 betrieben wurde. Weitere Zuflüsse kamen vom Holzkamp über die Bleiche (heute Stiftstrasse), vom Sandberg über die Breite Strasse und vom Suder Teich (heute Helenenstrasse) über das Gelände südlich der Feldschmiede (heute Brookstrasse), Prinzesshof, Bekstrasse.
Nach 1850 nutzte dann die Zuckerfabrik das Wasser indem sie es unter dem Stadtarm der Störschleife hindurch bis in die Fabrik in der Wallstrasse leitete.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/01_malzmuellerwiesen_neustadt_1848.jpg)
Auszug Stadtplan Itzehoe, 1848
Bereits vor 1900 war die Mündung des Mühlengrabens in die Stör in Höhe des Westerhofes verlegt worden, direkt neben dem jetzigen Gelände des Itzehoer Ruder-Clubs. Der freie Mühlengraben endete nun hinter der Breitenburgerstrasse etwa in Höhe Bergstrasse, er ist bis heute nur wenig weiter verrohrt worden.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/01_malzmuellerwiesen_neustadt_190y.jpg)
Auszug Stadtplan Itzehoe um 1900
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/01_malzmuellerwiesen_neustadt_195x_01.jpg)
Auszug TK 1:25.000, um 1950
Die Mündung des Mühlengrabens wurde Ende der Siebziger abermals verlegt. Er endet heute im großen Teich der Malzmüllerwiesen um dann über das Regenrückhaltebecken der Stör zuzufließen. Das Siel direkt zur Stör wird nur zum Vollablaß des Teiches genutzt.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/01_malzmuellerwiesen_neustadt_1995.jpg)
Auszug TK 1:25.000, ca. 1998
Die Malzmüllerwiesen
Die Nutzung der Malzmüllerwiesen begann erst ab ca. 1950. Bis dahin waren die sehr tiefliegenden Wiesen häufig von den Hochwassern der Stör überschwemmt da sie nur durch einen niedrigen Sommerdeich geschützt wurden.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/03_malzmuellerwiesen_west_1950_04.jpg)
Überflutung der Malzmüllerwiesen um 1950, links die Viehmarkthalle
Standort: Ecke Ritterstrasse / Breitenburger Strasse
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/03_malzmuellerwiesen_west_20071028_03.jpg)
2007
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/05_malzmuellerwiesen_stadtarm_stoer_1969_01.jpg)
Hochwasser - Stadtarm der Störschleife und Malzmüllerwiesen 1969
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/05_malzmuellerwiesen_stadtarm_stoer_20050424_01.jpg)
2005
Die Aufschüttungen mit Sand vom Ochsenmarktskamp begannen im westlichen Teil der Malzmüllerwiesen Mitte der Fünfziger Jahre. Die Verbindungsstrasse von der Ritterstrasse zur "neuen Schweinebrücke" an der Viehmarkthalle entstand, ebenso der neue Wochenmarktplatz und die Tribüne mit Sportplatz, welches um 1960 eingeweiht wurde. Der restliche südliche Teil blieb bis zur Zuschüttung der Störschleife eine Wiese.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/04_malzmuellerwiesen_west_1959_01.jpg)
Neuer Wochenmarktplatz 1959
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/04_malzmuellerwiesen_west_20071021_13.jpg)
2007
Noch einige Luftbilder:
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/02_malzmuellerwiesen_1952_15.jpg)
Nordteil der Malzmüllerwiesen 1952
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/02_malzmuellerwiesen_1959_11.jpg)
Blick von der St. Laurentii-Kirche nach Süden um 1960
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/02_malzmuellerwiesen_1962_10.jpg)
Neustadt und Malzmüllerwiesen 1962
Mitte der Siebziger wurde dann der Deich zur Stör erhöht und mit dem Aufspülen von ca. 44.000 m^3 Schlamm aus der Störschleife verschwand auch die restlichen Wiese und der heutige Teich entstand. Die wenig genutzte Tribüne und der Sportplatz fielen Ende der Siebziger dem Bau der Schuhmacherallee und der Umgestaltung seines Umfeldes zum Opfer.
Im Regenrückhaltebecken nahe dem Delftor endet heute neben dem Mühlengraben auch der unterirdische Ringkanal der den Stadtarm der Störschleife ersetzt hat.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/02_malzmuellerwiesen_1974_003.jpg)
Aufspülen von Schlamm aus der Störschleife auf die Malzmüllerwiesen 1974
[Edit] Rechtschreibung
Vielen Dank, Brüllmücke, für diesen sehr informativen Beitrag. Text, Pläne und Bilder ergänzen sich hervorragend.
Das ist preisverdächtig.
Zitat von: Bernd in Freitag, 02. November 2007 - 09:17:10
Vielen Dank, Brüllmücke, für diesen sehr informativen Beitrag. Text, Pläne und Bilder ergänzen sich hervorragend.
Das ist preisverdächtig.
Das kann ich so nur unterschreiben.
Danke für diese Tolle Zeitreise, Brüllmücke! :)
Kleine Frage am Rande:
"Im Regenrückhaltebecke n nahe dem Delftor endet heute neben dem Mühlengraben auch
der unterirdische Ringkanal der den Stadtarm der Störschleife ersetzt hat."
Was hat es mit diesem Ringkanal auf sich? Führt er das Kanalisationswasser, das früher in die Störschleife geleitet wurde?
wow... nicht schlecht... vielen dank....
Erstmal Danke für das Lob :-)
Zitat von: Slartibartfass in Freitag, 02. November 2007 - 09:34:32Was hat es mit diesem Ringkanal auf sich? Führt er das Kanalisationswasser, das früher in die Störschleife geleitet wurde?
In "Die Sanierung der Itzehoer Neustadt - Dokumentation" von Schleu / Ehlers steht über den Ringkanal auf S. 67 folgendes:
"Mit dem Zuschütten des Stadtarms der Stör wurde es erforderlich, den Abfluß des Oberflächenwassers auf andere Weise sicherzustellen. Der I. Bauabschnitt zwischen August 1971 und August 1973 umfaßte den Bau eines Regenrückhaltebeckens mit Schöpfwerk auf den Malzmüllerwiesen sowie erste Teilabschnitte eines Ringkanals.
In zwei weiteren Bauabschnitten von Januar 1973 bis März 1976 wurde die ehemalige Störschleife verrohrt. Ein Ringkanal mit den Innenmaßen 2,50m breit und 2,00m hoch wurde im Flußbett auf Pfählen gegründet. Durch diese Gründung wurde verhindert, daß das Bauwerk infolge von Setzungserscheinungen zerstört würde.
Das große Profil war notwendig, um sicherzustellen, daß das Oberflächenwasser auch bei starken Regenfällen in einer Größenordnung von ca. 7 m^3/s abgeleitet werden konnte. Zeitlich parallel vom 27. 5.1974 bis Februar 1975 erfolgte die Zuschüttung der Störschleife."
Der Ringkanal läuft auf den Malzmüllerwiesen östlich des alten Bettes des Stadtarms, ab dem heutigen "Seniorenpark" hinter Cafe Schwarz bis zum Landgericht / ZOB dann im alten Flußlauf.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/neustadt_1975_048.jpg)
Neustadt 1975, rechts am Regenrückhaltebecken ist die Mündung des Ringkanals gut zu erkennen
Zitat von: ThK in Donnerstag, 25. Oktober 2007 - 18:25:39
Zunächst aus diesem Büchlein, das es immer mal wieder bei ebay zu ersteigern gibt.
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer01.jpg)
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer02.jpg)
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer03.jpg)
(https://www.itzehoe-live.net/images/pics/thkstoer05.jpg)
Es ist mal wieder soweit. Das oben genannte Buch ist bei ebay eingestellt.
KLICK (http://cgi.ebay.de/Itzehoe-Heft-Sanierung-der-Neustadt-ueber-140-Seiten_W0QQitemZ320206777428QQihZ011QQcategoryZ33370QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem)
Ich habe auch noch ein paar Bilder der alten Störschleife
Schön war die Zeit!
www.plumbum.com/plumbum/neustadt
Ja, schöne Bilder, man entdeckt immer noch etwas Neues.
Ich habe da auch noch ein Bild von der Neustadt.
weiß aber keine Information darüber, ich habe genau in der Mitte gewohnt, Reichenstrasse 9
Und, schön war die Zeit!
(https://www.itzehoe-live.net/gallery/15/17-231211063812.jpeg)