Stadion Itzehoe

Begonnen von Karkie, Mittwoch, 08. Oktober 2008 - 00:13:28

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Karkie

Weiß jemand was momentan am Stadion in Itzehoe passiert, dort steht seid längerer Zeit ein Zelt und diverse Wohnwagen

Hülle

Da wird ein Historien-Film gedreht.
Kostüm anprobe war schon in Hamburg,also sollte es demnächst losgehen

wutz

SHZ Norddeutsche Rundschau vom 07.10.2008

Kinofilm: Olympischer Hochsprung im Stadion
Seit gestern werden im Stadion Szenen für einen Kinofilm gedreht.
Itzehoe
– Die Hochspringerin aus den USA läuft an. Ein Scherensprung – drüber. Die weiße Fahne des Kampfrichters geht hoch. Der olympische Wettkampf läuft auf Hochtouren.

Allerdings muss die Sportlerin noch einmal anlaufen. Und noch einmal. Schließlich ist die Szene im Kasten – eine von vielen, die bis Freitag im Stadion am Sandberg für einen Kinofilm über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin gedreht werden. Im Mittelpunkt steht die jüdische Hochspringerin Gretel Bergmann. Sie ist Favoritin, aber um ihren Sieg zu verhindern, schicken die Nazis einen Mann ins Rennen. In den Hauptrollen: Karoline Herfurth und Sebastian Urzendowsky, weitere Mitwirkende sind unter anderem Axel Prahl, August Zirner und Maria Happel.

Fünf bis sechs Minuten des Werkes entstehen im Stadion, so Tim Rostock, Producer der Kölner Gemini Film, die den Streifen gemeinsam mit dem Norddeutschen Rundfunk und der ARD-Tochter degeto produziert. ,,Der gesamte olympische Wettkampf wird hier gedreht."

Bundesweit wurde nach dem passenden Ort gesucht, die Entscheidung für Itzehoe fiel laut Rostock, weil die Maße des Stadion-Innenraums in etwa denen des Olympiastadions entsprechen. Dort hat sich nach dem Umbau für die Fußball-WM 2006 vieles verändert – und außerdem könne im weniger terminbeladenen Itzehoer Stadion ,,mit mehr Ruhe und Gelassenheit" gearbeitet werden, so der Producer. Auch dass die Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein beteiligt ist, spielte bei der Wahl eine Rolle.

Die Vorbereitungen am Sandberg liefen seit rund zwei Wochen. Ein Tor musste für eine Sprunggrube weichen. Im Betongrau des Olympiastadions entstanden die Ehrentribüne und in einer Kurve die untere Abgrenzung der Zuschauerränge – natürlich nicht aus Beton. Grüne Schirme sind der Hintergrund, auf dem später am Computer der Rest des Stadions hinzugefügt wird. In den ersten Reihen sitzen Komparsen – 250 Darsteller werden morgen erwartet. Gestern waren inklusive Crew deutlich mehr als 100 Akteure dabei.

So auch Holger Pump aus Itzehoe, stilecht als Kampfrichter ausstaffiert. ,,Die suchen alte Leute", so habe seine Tochter Leonie ihn animiert, schilderte der 47-Jährige. Die 18-Jährige ist als kanadische Hochspringerin im Einsatz.

Seit Jahren immer wieder als Komparse aktiv ist Klaus Klitzke (60) aus Hamburg, im Film ein Pressevertreter. Wie der Rest des Teams hofft er, dass sich das gute Wetter von gestern hält: ,,Bei schlechtem Wetter ist das schlecht rüberzubringen, weil die Olympischen Spiele damals bei recht viel Sonnenschein stattfanden."

lars peter ehrich


JonnyWalker

Hatte mich da ja auch beworben,sollte 1. Offizier werden,aber wer so ein *zensiert* Woche auswählt,hat selber Schuld,dass die 750 Komparsen nicht gefunden werden

Hätte man eine Woche später begonnen,wären Ferien gewesen und es hätten viele mehr Leute Zeit gehabt.

Es ging ja auch schon eine E-Mail rum,dass nicht genügend Komparsen vorhanden sind,es würden noch ca 200 gesucht werden

Na ja,schade um die 60 € pro Drehtag :'( :'( :'(

Sandberger

Hallo,
ich war heute in dem Film Berlin 1936, im Stadion als Komparse dabei.
Es war sehr interessant mitzuerleben wie so ein Film gedreht wird, die ständigen Licht- und Toneinstellungen und das ganze drum herum. Ich für meine Person hatte viel Spaß daran und es war sehr interessant dabei gewesen zu sein. Sollten jetzt Fragen zu Bildern kommen, nein die habe ich nicht, es war uns nicht gestattet auf dem Set Bilder zu machen. Die Filmaufnahmen dauern noch bis Samstag im Stadion an.
Weil wir Engel ohne Flügel nicht Engel nennen dürfen, nennen wir sie Freunde  u.Vf.

JonnyWalker

Zitat von: Sandberger in Mittwoch, 08. Oktober 2008 - 20:01:27
Hallo,
ich war heute in dem Film Berlin 1936, im Stadion als Komparse dabei.
Es war sehr interessant mitzuerleben wie so ein Film gedreht wird, die ständigen Licht- und Toneinstellungen und das ganze drum herum. Ich für meine Person hatte viel Spaß daran und es war sehr interessant dabei gewesen zu sein. Sollten jetzt Fragen zu Bildern kommen, nein die habe ich nicht, es war uns nicht gestattet auf dem Set Bilder zu machen. Die Filmaufnahmen dauern noch bis Samstag im Stadion an.

Hast du mitbekommen,ob welche Doppelrollen hatten ?

Sandberger

Also die Komparsen die heute am Set waren hatten nur eine Rolle.
Weil wir Engel ohne Flügel nicht Engel nennen dürfen, nennen wir sie Freunde  u.Vf.

Sandberger

Zitat von: JonnyWalker in Mittwoch, 08. Oktober 2008 - 13:57:27
Hatte mich da ja auch beworben,sollte 1. Offizier werden,aber wer so ein *zensiert* Woche auswählt,hat selber Schuld,dass die 750 Komparsen nicht gefunden werden

Hätte man eine Woche später begonnen,wären Ferien gewesen und es hätten viele mehr Leute Zeit gehabt.

Es ging ja auch schon eine E-Mail rum,dass nicht genügend Komparsen vorhanden sind,es würden noch ca 200 gesucht werden

Na ja,schade um die 60 € pro Drehtag :'( :'( :'(
Ich habe für die Kostümprobe mit Haarschnitt 25 Euro bekommen und für den heutigen Drehtag 78 Euro dank Überstunden die auch bezahlt wurden und reichlich und gut zu essen und trinken.
Weil wir Engel ohne Flügel nicht Engel nennen dürfen, nennen wir sie Freunde  u.Vf.

Guido


Zitat von: Sandberger in Mittwoch, 08. Oktober 2008 - 20:07:32
Also die Komparsen die heute am Set waren hatten nur eine Rolle.

Na ja, so ganz ist das nicht richtig. Auch ich war am Mittwoch als Komparse in mehreren Filmszenen dabei, mal in leicht abgewandelter Aufmachung als deutscher Zuschauer, mal in einer anderen Szene als "Tommy im britischen Block". Eine doppelte Aufwandsentschädigung hat es dafür aber nicht gegeben...  ;)

Durch technische Überarbeitung werden im Film später aus ca. 250 Kleindarstellern in historischen Kostümen im Itzehoer Stadion des Jahres 2008 mehrere Zehntausend Zuschauer zur Zeit der Spiele im Berliner Olympia-Stadion des Jahres 1936. Man darf gespannt sein, wie das dann im Streifen rüberkommt.

Das ganze Drumherum war höchstinteressant und hat mir sehr viel Spaß gebracht. Es hat aber auch etwas geschlaucht, weil man sehr viel warten und verdammt früh da sein musste. Beginn fünf Uhr und früher und Ende gegen 18-19 Uhr abends ist eben nicht jedermanns Sache. Bemerkenswert ist auch, dass jeder einzelne Komparse von mehreren Maskenbildnerinnen und anderen Mitarbeitern immer wieder kritisch beäugt wurde, ob die Frisur, die Hosenträger oder die Mütze noch sitzen, der Kragen womöglich schief ist, eine unzeitgemäße Arnmbanduhr oder Brille getragen wird, und und und... Absolute Detailverliebtheit bis aufs I-Tüpfelchen bei der Produktion. Nun ja, man will keine handwerklichen Fehler machen und sich womöglich dereinst auf der FiF-Internetseite [klick!] wiederfinden. Ich habe für den Drehtag absolut gerne einen Urlaubstag genommen und würde es auch wieder machen.

In der "NR" stand übrigens am Donnerstag (09.10.2008), dass der Spielfilm mit dem Arbeitstitel "Berlin 1936" voraussichtlich in der 2. Jahreshälfte 2009 in die deutschen Kinos kommen wird. Später wird er dann auch zur besten Hauptsendezeit in der ARD (mutmaßlich auch auf ARTE) zu sehen sein.

Ich wage bereits jetzt die Prognose, dass dieser Film zu gegebener Zeit zumindest in die engere Vorauswahl für die deutsche Oskar-Nominierung "Bester ausländischer Film" kommen dürfte. Warum? In dem Film wird an einer Person (der deutsch-jüdischen Hochleistungssportlerin Gretel Bergmann), die es wirklich gab und die heute noch lebt, deutsche Geschichte lebendig. Darüber hinaus gibt es auch reale Bezüge zu Großbritannien und noch viel mehr zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit Karoline Herfurth, u.a. bekannt aus "Das Wunder von Berlin", hat die Produktion eine gute Besetzung für die Hauptrolle gefunden, wie ich meine.

Mehr zur inzwischen 94jährigen, in den USA lebenden Hauptperson Gretel Bergmann: [klick!].

Information bei Wunschliste.de: [klick!]

JonnyWalker

Eigentlich ist das ja nicht rechtens, von 5 Uhr morgens bis Abends da zu sein, da einem schriftlich vorgelegt wurde,da ein Drehtag von 8-18 Uhr geht, aber ist ja auch egal

Aber schön hier zu lesen,wie aufwendig so ein Dreh ist

Sandberger

Hallo Guido,
wenn man es so sehen will war ich auch in mehreren Szenen dabei, einmal sogar als Ungar ( Ra Ra Hungaria ).
Der Drehtag ging ja auch von ca 8 Uhr bis 17 Uhr 45, das kann Guido bestätigen.
Weil wir Engel ohne Flügel nicht Engel nennen dürfen, nennen wir sie Freunde  u.Vf.

Guido

Zitat von: Sandberger in Freitag, 10. Oktober 2008 - 14:41:27
Hallo Guido,
wenn man es so sehen will war ich auch in mehreren Szenen dabei, einmal sogar als Ungar ( Ra Ra Hungaria ).
Der Drehtag ging ja auch von ca 8 Uhr bis 17 Uhr 45, das kann Guido bestätigen.

Ja, das ist richtig, der eigentliche "Dreh" war in diesem Zeitraum. Die andere Zeit wurde für Anmeldeformalitäten, Vorbereitung/Kostümierung, ggfs. Maskenbildnerin, ggfs. Abschminken und Dekostümierung (heißt das so?) benötigt. Ich fand den ganzen Tag absolut spannend, obwohl gegen Abend auch bei mir Ermüdungserscheinungen einsetzten...

heatkernel

Ich fand den Dreh auch ganz toll. Es war leider nach dem Regen am Nachmittag ziemlich abgekühlt, wir mußten danach wieder raus und so tun, als wären 30 Grad... aber was tut man nicht alles für die Kunst  ;)  Ich würde es immer wieder machen!

Guido


Bei YouTube.com habe ich einen Beitrag über die Olympiade 1936 gefunden, in dem auch Gretel Bergmann (Margaret Bergmann-Lambert) kurz zu Wort kommt - ab ca. 1min:10sec im Bild:

http://de.youtube.com/watch?v=gNKlxcqLKcM

Martin100

Hallo,

ich habe mir die Sache am letzten Donnerstag auch mal angesehen. Konnte mich ohne Probleme auf dem Gelände bewegen und habe mich
so zwei Stunden auf die Nebentribüne gesetzt. Hatte leider keine Kamera dabei, hätte aber mit dem 200 Zoom Aufnahmen können. Hätte
wohl keinen gestört, oder auch nicht bemerkt. Die Langsamkeit des Seins an einem Set war mir schon vorher bekannt.

Was in mir aber doch ein dumpfes Gefühl im Magen verursacht hat, war der Anblick/Aufmarsch der Statisten in den Uniformen des dritten Reiches.

Es ist irgendwie anders so etwas im Film oder in natura zu sehen.

Gruß Martin