PLANET ALSEN bei der TAZ

Begonnen von ToRü | ToРуз, Mittwoch, 27. Februar 2008 - 17:40:27

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ToRü | ToРуз

Planet Alsen jetzt auch in der "taz"
Auch die "taz" berichtete überregional über das Geschehen auf dem Alsen-Gelände. Was die Tageszeitung über den "Abschied auf Planet Alsen" schreibt?

TAZ-Artikel "Abschied auf Planet Alsen"

Es ist wirklich erstaunlich: Außerhalb Itzehoes erkennen Fachleute den Wert des Alsen-Geländes. Artikel in TAZ, FAZ, Welt, Hamburger Abendblatt etc. beweisen dies

Und hier? Sind es einfach nur Ruinen?
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.


ToRü | ToРуз

Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

Martin100

Hallo,

Zitat von: groundstar in Mittwoch, 27. Februar 2008 - 18:09:06
[Nun, wenigstens ne klare knappe Antwort. Auch selten heutzutage.

Na ja,

ein kleiner Skandal ist es trotzdem.

Die ursprüngliche Besitzerfirma verkauft das Grundstück und ist damit aus dem Schneider.

Nun stand aber vor einiger Zeit in der Rundschau, das die ursprüngliche Besitzerfirma sich noch mit Grundbuchrechten hat eintragen lassen, die den neuen Besitzer knebeln.

Das es in unserem Rechtssystem einem "potenten" Unternehmen möglich ist, sich so seiner Altlasten  zu entledigen macht mich schon lange nachdenklich.

Gruß´Martin

DerDerbste

Zitat von: Capitano in Mittwoch, 27. Februar 2008 - 18:04:35
Zitat von: groundstar in Mittwoch, 27. Februar 2008 - 17:40:27

Und hier? Sind es einfach nur Ruinen?

Ja
Stimmt auch.

Man sollte nicht immer so tun als ob das hier die "Zeche Zollverein" ist.
Wenn man als Ortsfremder in die Stadt reinkam, dachte man doch eher ans Nachkriegspolen.

Ich kann mich nicht an FAZ- und TAZ-Artikel erinnern, als die Neustadt geplättet und die Störschleife zugeschüttet wurde. Die neuen Medien tun doch ihr übriges, um provinzielle Probleme über die Republik zu verteilen.  8)
Wenn Hans-Jürgen S.  ;) und sein Verein das dokumentieren, die halbe Stadt den Abriss knipst und ein paar Gebäude stehenbleiben, dann ist das okay.

Ich hätte mich auch an die Ruinen der Keksfabrik ketten sollen, denn es zogen immer wohltuende Gerüche durchs Viertel, als die noch in Betrieb war. Und die Riesentüten mit Keksbruch... wer erinnert sich da nicht gerne dran.


Capitano

Zitat von: Martin100 in Mittwoch, 27. Februar 2008 - 19:04:22
Hallo,

Zitat von: groundstar in Mittwoch, 27. Februar 2008 - 18:09:06
[Nun, wenigstens ne klare knappe Antwort. Auch selten heutzutage.

Na ja,

ein kleiner Skandal ist es trotzdem.

Die ursprüngliche Besitzerfirma verkauft das Grundstück und ist damit aus dem Schneider.

Nun stand aber vor einiger Zeit in der Rundschau, das die ursprüngliche Besitzerfirma sich noch mit Grundbuchrechten hat eintragen lassen, die den neuen Besitzer knebeln.

Das es in unserem Rechtssystem einem "potenten" Unternehmen möglich ist, sich so seiner Altlasten  zu entledigen macht mich schon lange nachdenklich.

Gruß´Martin

Martin, da muss ich dir mal recht geben.

Für mich ist das aber schon kein kleiner Skandal mehr.  Bei aller sentimentalen Verklärung: Alsen hat hier viele Jahre lang die ganze Gegend grau gepulvert. Als sich das Werk nicht mehr rentierte, wurde mit der Breitenburger Zementfabrik in Lägerdorf fusioniert (ALSEN-BREITENBURG) und die gesamte Produktion nach Lägerdorf verlagert.

Zurück blieb eine Industrieruine, die auch irgendwie zum Spekulationsobjekt verschiedenster Interessen wurde.

Das ALSEN da so sang- und klanglos aus der Verantwortung kam, habe nie nachvollziehen können. Und das da jetzt noch wieder Ansprüche geltend gemacht werden bzw. auf alte Rechte hingewiesen wird, halte ich gelinde gesagt  für eine Frechheit und zumindest moralisch für verwerflich. Aber was kümmert sich eine schweizerische Holding schon um die lokalen Moralvorstellungen.

So, das musste ich mal zu dem Thema loswerden.

Aber sehen wir mal die positiven Seiten: Ohne Planet Alsen hätten unser Starfotografen jetzt gar nichts zu tun.  ;D

@Derbster:  daumenhoch

Der Vanille-/Zucker-/Karamellgeruch aus der Keksfabrik war wirklich g...!


Guido

Zitat von: Der Derbste in Mittwoch, 27. Februar 2008 - 19:32:14

Man sollte nicht immer so tun als ob das hier die "Zeche Zollverein" ist.
Wenn man als Ortsfremder in die Stadt reinkam, dachte man doch eher ans Nachkriegspolen.

Ich kann mich nicht an FAZ- und TAZ-Artikel erinnern, als die Neustadt geplättet und die Störschleife zugeschüttet wurde.

Nein, so ein edles Bauwerk wie die "Zeche Zollverein" war und ist ALSEN sicher nicht. Das gesamte Areal einer untergegangenen Industriekultur strahlte(e) aber dennoch einen gewissen morbiden Charme aus, der sich nicht nur als Kulisse für Kriminalfilme eignete.

Wer so etwas interessant findet, dem empfehle ich z.B. diese Seiten hier: Marode Welt, to-end.de und LostPlaces.de.

Warum aber werden nicht interessantere Pläne auf ALSEN verfolgt, als dort evtl. irgendwelche Futtermittelmärkte anzusiedeln, die die Welt nicht braucht? Wie wäre es denn statt dessen mit ansprechend gestaltetem "Wohnen am Wasser" und einer Marina (Bootshafen)? Das hätte doch was und würde unsere Stadt ganz enorm aufwerten.

Ansonsten - keine Frage - die größte städtebauliche Sünde der Nachkriegszeit in Itzehoe ist das Zuschütten der Störschleife und das Plattmachen der Neustadt in den 1970er Jahren. Unentschuldbar und nicht wiedergutzumachen!


Lampe

ZitatWarum aber werden nicht interessantere Pläne auf ALSEN verfolgt, als dort evtl. irgendwelche Futtermittelmärkte anzusiedeln, die die Welt nicht braucht? Wie wäre es denn statt dessen mit ansprechend gestaltetem "Wohnen am Wasser" und einer Marina (Bootshafen)? Das hätte doch was und würde unsere Stadt ganz enorm aufwerten.

Na ja, ganz so uninteressant finde ich die Pläne bzw. aktuellen Visionen für das Alsengelände gar nicht.
Es sollen dort langfristig verschiedenste Sport- und Veranstaltungsräumlichkeiten entstehen. Es könnte eine im weitesten Sinne kulturelle Oase in günstiger Lage werden. Dort stört ein lautes Konzert zum Beispiel überhaupt nicht. Im Gegensatz zum jetzigen Veranstaltungsort, dem Stadion.
Wohnen am Wasser wäre schön. Aber unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung und der damit verbundenen Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt, der ohnehin jetzt schon mit Wohnungen übersättigt ist, erscheint es nahezu ausgeschlossen, daß dort noch mehr Wohnraum geschaffen wird.

Gruß Lampe

ToRü | ToРуз

Ich denke da eigentlich an die marketingtechnische Strahlkraft. In der modernen Kunstszene hat Planet Alsen bereits einen Namen; das ist Schlußendlich gut für Itzehoe und lenkt die Aufmerksamkeit hierher. Und darum geht es doch auch,oder? Alsen ist ein bundesweit beachtetes Alleinstellungsmerkmal, aus dieser "Marke"könnte manmehr Machen.

Kunstmeile + Erholungsraum und Veranstlatungsgelände am Wasser zum Beispiel.
HdJ +Hostel direkt am Deich,mit Cafe+ Außenfläche?
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

Guido

Zitat von: Lampe in Mittwoch, 27. Februar 2008 - 23:55:37

Na ja, ganz so uninteressant finde ich die Pläne bzw. aktuellen Visionen für das Alsengelände gar nicht.

Es sollen dort langfristig verschiedenste Sport- und Veranstaltungsräumlichkeiten entstehen. Es könnte eine im weitesten Sinne kulturelle Oase in günstiger Lage werden. Dort stört ein lautes Konzert zum Beispiel überhaupt nicht. Im Gegensatz zum jetzigen Veranstaltungsort, dem Stadion.

Wohnen am Wasser wäre schön. Aber unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung und der damit verbundenen Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt, der ohnehin jetzt schon mit Wohnungen übersättigt ist, erscheint es nahezu ausgeschlossen, daß dort noch mehr Wohnraum geschaffen wird.

Gruß Lampe


Soweit es sich um Sport- und sonstige Veranstaltungen handelt, die "auf ALSEN" stattfinden könnten, hat dies sicherlich auch seinen Reiz, Lampe, keine Frage. Und trotzdem: Diese prima Lage sollte eher für ein Projekt "Wohnen am Wasser" genutzt werden, am besten mit Bootshafen. Die von Dir behauptete tatsächliche oder vermeintliche Sättigung des Wohnungsmarktes stelle ich einmal in Frage, soweit es die Wohnqualität angeht.

Machen wir uns nichts vor, Lampe: Es gibt reichlich Wohnumfelder, auch in Itzehoe, für die man das Wort Wohnqualität als absolut beschönigend empfinden würde. Ich wage an dieser Stelle die Prognose, dass wir spätestens in zehn, fünfzehn Jahren auch in der Steinburger Kreisstadt eine ernsthafte Diskussion um den "Rückbau" (Abriss und Umgestaltung) allzu verdichteter und unwirtlicher Wohnräume haben werden. Insbesondere im Osten Deutschlands, aber nicht nur dort, werden bereits jetzt ganze Plattenausiedlungen geschleift oder zumindest aufgelockert. Gut so!

In diesem Zusammenhang zur Lektüre empfohlen: Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Ein zeitloser Klassiker aus dem Jahre 1965 (!!!) ...

Capitano

Alles Utopien und Träumereien.

Die Diskussionen, ob da z.B. vielleicht eine Marina gut hinpassen könnte, wurden in den vergangenen Jahrzehnten schon mehrfach geführt.

Diese sog. Kunstszene - zu der ich irgendwie überhaupt keinen Zugang finde - wird das Gelände kaum wirtschaftlich nutzen oder besser gesagt ausbeuten können.

Denn nur darum geht es. Der jetzige Eigentümer hat das Gelände nicht erworben,  um der Sprayerszene oder Nachwuchsarchitekten eine Wirkungsstätte zur Verfügung zu stellen. Er will maximalen Profit, sonst nix.

Dagegen gibt es in Itzehoe  wieder andere Interessen, die z.B. Konkurrenz auf der grünen Wiese verhindern wollen. Die Interessen der Stadtväter wechseln dann je nach Machtverhältnissen.





Helmut

Zitat von: groundstar in Mittwoch, 27. Februar 2008 - 17:40:27
Planet Alsen jetzt auch in der "taz"
Auch die "taz" berichtete überregional über das Geschehen auf dem Alsen-Gelände. Was die Tageszeitung über den "Abschied auf Planet Alsen" schreibt?

TAZ-Artikel "Abschied auf Planet Alsen"

Es ist wirklich erstaunlich: Außerhalb Itzehoes erkennen Fachleute den Wert des Alsen-Geländes. Artikel in TAZ, FAZ, Welt, Hamburger Abendblatt etc. beweisen dies

Und hier? Sind es einfach nur Ruinen?

Wohnt auch nur einer der Journalisten hier und muss(te) sich das graue Elend täglich ansehen?

Ich finde irgendwelche Industriebrachen in Hamburg oder Berlin auch imemr ganz idyllisch ...

ToRü | ToРуз

Zitat von: Capitano in Donnerstag, 28. Februar 2008 - 08:48:13
Alles Utopien und Träumereien.

Die Diskussionen, ob da z.B. vielleicht eine Marina gut hinpassen könnte, wurden in den vergangenen Jahrzehnten schon mehrfach geführt.

Diese sog. Kunstszene - zu der ich irgendwie überhaupt keinen Zugang finde - wird das Gelände kaum wirtschaftlich nutzen oder besser gesagt ausbeuten können.

Denn nur darum geht es. Der jetzige Eigentümer hat das Gelände nicht erworben,  um der Sprayerszene oder Nachwuchsarchitekten eine Wirkungsstätte zur Verfügung zu stellen. Er will maximalen Profit, sonst nix.

Dagegen gibt es in Itzehoe  wieder andere Interessen, die z.B. Konkurrenz auf der grünen Wiese verhindern wollen. Die Interessen der Stadtväter wechseln dann je nach Machtverhältnissen.



Na denn, quadratisch, praktisch, gut. Sieht das wirklich besser aus? Bringt es Itzehoe wirklich etwas?

Kunst ist sicherlich nicht jedrmanns Sache, Kunst dient aber oftmals dazu Aufmerksamkeit für Themen zu erregen. Und das klappt oft sehr gut. das wäre auch hier in meinen Augen der Zweck, der das Mittel heiligt
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

Capitano

Groundstar, wenn Du jetzt - nur mal hypothetisch - zu plötzlichem Reichtum kommen würdest, und Du Eigentümer dieses Grundstücks wärst: Würdest Du es der Kunstszene "for nothing" überlassen oder lieber gewinnbringend an wen auch immer verkaufen?

Oder soll die Stadt dafür Steuergelder in Millionenhöhe verwenden? Und auf Steuereinnahmen von künftigen Gewerbebetrieben verzichten?


Angel

ZitatWürdest Du es der Kunstszene "for nothing" überlassen oder lieber gewinnbringend an wen auch immer verkaufen?

Warum umsonst? Der Verein Planet Alsen ist auch Mieter, und solche zahlen üblicherweise Miete und Nebenkosten. Dies wäre wohl auch für andere aus der Kunstszene möglich. Gibt ja nicht nur Brotlose Künste. ;)