Heutiger NR-Leserbrief "Zerstörungswut" von Frau Helga Spendlin

Begonnen von Rolf, Mittwoch, 06. Juni 2007 - 13:36:44

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Rolf

Aus dem Leserbrief spricht soviel Frust, der wohl auch berechtigt ist. Dabei geht es um die Zerstörung des unter Denkmalsschutz stehenden Portales zum Klosterhof.
Wie es scheint, steht dieser Akt nicht unmittelbar mit dem Weinfest in Zusammenhang, die Zerstörungen scheinen erst nach den Feierlichkeiten eingetreten zu sein. Das soll aber nichts entschuldigen, das war Vandalismus pur !
Um den Forumlesern zu zeigen, habe ich drei Fotos angefertigt, zwei zeigen die Zerstörungen von beiden Seiten, das dritte Bild zeigt den noch heilen Teil des Portales, gerade dieses macht den Umfang der Schäden sichtbar. Wenn es auch wiederhergestellt werden könnte, ist es doch nicht mehr das Original eines Denkmals.
Solche Zerstörungen sind leider zur Gewohnheit geworden, eine zufrieden stellende Antwort auf die Frage nach dem Warum kann es nicht geben.




DerDerbste

Danke für die Bilder.
Das ist eine Riesensauerei.
Wir können echt froh sein, so ein Kleinod in der Innenstadt zu haben. Und dann sowas.
Diese Idioten!

wutz

Es weiß wohl nur der Täter, wann er das angerichtet hat. Könnte mir aber mal wieder denken, das evtl. jemand anderes es gesehen hat, aber einfach geschaut hat.

Plumbum

Zitat von: Rolf in Mittwoch, 06. Juni 2007 - 13:36:44
Aus dem Leserbrief spricht soviel Frust, der wohl auch berechtigt ist. Dabei geht es um die Zerstörung des unter Denkmalsschutz stehenden Portales zum Klosterhof.
Wie es scheint, steht dieser Akt nicht unmittelbar mit dem Weinfest in Zusammenhang, die Zerstörungen scheinen erst nach den Feierlichkeiten eingetreten zu sein. Das soll aber nichts entschuldigen, das war Vandalismus pur !
Um den Forumlesern zu zeigen, habe ich drei Fotos angefertigt, zwei zeigen die Zerstörungen von beiden Seiten, das dritte Bild zeigt den noch heilen Teil des Portales, gerade dieses macht den Umfang der Schäden sichtbar. Wenn es auch wiederhergestellt werden könnte, ist es doch nicht mehr das Original eines Denkmals.
Solche Zerstörungen sind leider zur Gewohnheit geworden, eine zufrieden stellende Antwort auf die Frage nach dem Warum kann es nicht geben.





Falls ich mich richtig erinnern kann, hat mein Ex Lehrmeister Helmuth Scheel, Heizungsbau, Gasstrasse, sein Vater den Torbogen in Schmiede-Eisen Handwerk gemacht.

Gruß Plumbum

heatkernel

ich verstehe bloß nicht, wie jemand das kaputtgemacht haben soll? Sah doch ziemlich solide aus.

Yogibaer

Zitat von: wutz in Mittwoch, 06. Juni 2007 - 15:09:53
Es weiß wohl nur der Täter, wann er das angerichtet hat. Könnte mir aber mal wieder denken, das evtl. jemand anderes es gesehen hat, aber einfach geschaut hat.

@Wutz: sollte es etwa heißen, das evtl. jemand anderes es gesehen hat, aber einfach weggeschaut hat. ;)

@heartkernel: es ist mir auch schleierhaft, wie man etwas so zerstört. Die Bilder zeigen einem dann doch, das so etwas möglich ist  :-\


Und hier mal der zugehörige Leserbrief aus der SHZ:

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Zerstörungswut

Zur Berichterstattung über das Weinfest erreichte uns folgende Zuschrift:

,,Ein bitterer Wermutstropfen bleibt bei aller Euphorie über das gelungene Weinfest zurück: Beim Anblick des übel zugerichteten Eingangsportals zum Klosterhof ringt man vergeblich um Fassung.

Der Klosterhof ist ein wunderschönes Fleckchen Natur und Historie mitten in unserer Stadt. Er ist – wohlgemerkt als Privatgelände – allen Itzehoern zugänglich gemacht. Wer Freunden oder Fremden Itzehoe zeigen möchte, wird es nicht versäumen, auf seinem Rundgang auch über den Klosterhof zu schlendern. Er ist wahrhaftig das Herz von Itzehoe.

Aber wie gehen wir mit dem Herzen unserer Stadt um? In vielen Gremien drehen sich Gespräche und Konferenzen um das Thema, wie Itzehoe attraktiver gestaltet werden könnte – gleichzeitig wird eine der bereits vorhandenen Sehenswürdigkeiten von manchen Menschen derart achtlos behandelt, dass es schmerzt.

Die Klosterverwaltung führt täglich einen verzweifelten Kampf gegen Verunreinigung und Verunstaltung dieses Kleinods durch Papier, Zigarettenkippen, Hundekot oder andere Abfälle. Manchmal landet – Gipfel der Böswilligkeit – der Inhalt eines Müllsacks im Klosterteich.

Darum wurde der Klosterhof, nach bösen Erfahrungen in den Vorjahren, diesmal am Abend des Weinfestes bis zum nächsten Morgen an zwei Eingängen vorsorglich zugesperrt. Und was geschieht? Chaoten wüten an dem unter Denkmalschutz stehenden Portal, zerschlagen Mauerwerk und versuchen, das schmiedeeiserne Gitter herauszureißen. Man ist fassungslos und traurig angesichts solch gemeiner Zerstörungswut. Die Wiederherstellung des Portals wird viel Mühe, Zeit und Geld kosten – das Original ist für immer zerstört.

Liebe Itzehoer, halten wir in Zukunft doch die Augen offen und nehmen das Herz von Itzehoe, den Klosterhof, besser in acht. Alle!"

HELGA SPENDLIN   Itzehoe


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Quelle SHZ 06.06.2007

wutz

@Yogibär
@Wutz: sollte es etwa heißen, das evtl. jemand anderes es gesehen hat, aber einfach weggeschaut hat.
Das kann ich mir gut vostellen.
Ich denke nur an die Zettelkleber,wenn auf dem damaligen Bild auch keiner zu sehen war.

Störfaktor

Aus dem Leserbrief entnehme ich ein wenig auch Resignation gegenüber den Itzehoern.
Das wäre aber nicht angebracht, Vandalismus hat eine hohe Wachstumsrate und der Respekt vor anderem Eigentum wird noch weiter sinken ... nicht nur in Itzehoe ! Leider ...
Gleichzeit haben wir es mit einem wenig abschreckenden Gesetzgeber und seine Vertreter zu tun. Womit wir bei der allseits bekannten Law and Order Strategie sind, die leider nicht umgesetzt wird.

Lars

Jeitz

Es ist eine Sauerei, daß vermutlich ein Betrunkener, ich vermute mal mehrere Betrunkene nach Wegnahme der Sperre und nach Abzuges des Sicherheitsdienstes durch Stadtmanagement, nachts gegen 02.00 H, versucht haben die Sperrung des Tores (Klosterverwaltung) zu überwinden.

Anders kann ich mir dies nicht erklären.

Die Frage ist aber auch, waren die Aufbauten eigentlich noch richtig fest und zu anderen warum hat das Kloster nach Ende des Festes die Sperrung nicht aufgelöst, wie sonst überall in der Stadt auch?

Dies ist für mich die eigentliche Frage, es hat sich immer als gut und richtig erwiesen Sperrungen nach Beendigung des Sperrgrundes aufzuheben, sei es nur das Klosterhofbewohner in die Kirchenstraße gehen wollen zu, Brötchen kaufen am Sonntagmorgen.

Meines Erachtens hat die Klosterverwaltung mit Kanonen auf Spatzen geschossen, leider zum eigenen Nachteil.

Es ist sicherlich nicht richtig irgend etwas kaputt zu machen oder zu verschmutzen, aber ich glaube in diesem Fall wurde der Schaden provoziert, nämlich dadurch, daß das Sperrgitter überklettert werden konnte. Ich möchte nicht damit erreichen, daß die Absperrmaßnahmen nächstes Mal besser werden, sondern die Verhältnismäßigkeit der Mittel auch zeitlich befristet werden.

Es ist bekannt, daß der Klosterhof auch eine beliebte innerstädtische Abkürzung ist, die Sauberkeit hierbei ist auch an anderen Tagen nicht immer gleichmäßig gut.

Im Übrigen kann hier auch mal drauf hingewiesen werden, daß der ehemalige Parkplatz hinterm Klosterhof auch dem Kloster jetzt gehört, es scheint mir ein typisches Instrument der Klosterverwaltung zu sein, unliebsame Benutzungen durch Sperrungen zu sanktionieren. Nur so wie der Parkplatz aussieht ist es wahrlich auch keine Lösung, eher ein negativer Beweis für das Interesse von den Eigentümern.

Als Grundstückseigentümer in der Innenstadt muß ich damit leben, das mein zugängliches Grundstück nicht immer in meinem Sinne benutzt wird. Das kann ich auch eigener Erfahrung bestätigen, Sylvester wird denn wohl das Kloster auch ein Luftschirm gegen fallende Raketen errichten.