Sparkasse Westholstein

Begonnen von Helmut, Dienstag, 05. Juni 2007 - 09:03:04

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Helmut

Zitat
STADTSPARKASSE WEDEL UMSTRITTENER VERKAUF VON DARLEHEN - ABENDBLATT SPRICHT MIT BETROFFENEN
"Ich habe meinen Kredit doch immer getilgt"
Vielen Kunden droht die Zwangsversteigerung. Geldinstitut lädt überraschend zur Pressekonferenz am morgigen Mittwoch ein.
Von Daniela Stürmlinger
Hamburg -
Da sitzen sie, vier Männer in der Wedeler Anwaltskanzlei Middelmann & Wirth. Sie suchen den Weg in die Öffentlichkeit, sprechen über Kredite, Schulden und Zwangsversteigerungen. Ein Thema, über das meist geschwiegen wird. Doch die vier Männer reden, weil sie nichts mehr zu verlieren haben. Zum Beispiel Jürgen Schumann. Er kam mit seiner Stahlbaufirma SMB, in der er 22 Mitarbeiter beschäftigte, 1996 in die Krise, lieh sich Geld. Als Sicherheit diente ein Grundstück seiner Frau. "Ich habe meinen Kredit immer nach den Vereinbarungen getilgt, habe manchmal sogar mehr überwiesen", sagt der Mann, der zu den rund 200 Kunden gehört, deren 636 Kredite die Stadtsparkasse Wedel 2005 - wie berichtet - an die Credit Suisse verkaufte. Das Kreditvolumen, das dem Vernehmen nach bei rund 50 Millionen Euro gelegen hatte, wurde für rund 29 Millionen Euro abgegeben.
Das Schweizer Institut beauftragte die Crown Westfalen Credit Services mit der Verwertung des Forderungsbestandes. Im Klartext bedeutet dies in den meisten Fällen Zwangsversteigerungen. Schumann stand zuletzt noch mit 800 000 Euro in der Kreide, hatte aber gleichzeitig einen Käufer für das Grundstück gefunden, der 750 000 Euro geboten hatte. "Doch das Verfahren der Zwangsversteigerung lief weiter, mein Kunde zog sich daraufhin zurück", sagt der Mann dem Abendblatt. Auch wundert er sich, "dass die Sparkasse niemals persönlich den Kontakt suchte, man hätte doch alles besprechen können".
Mit dem Verkauf der Forderungen hat die Stadtsparkasse Wedel eine Diskussion losgetreten, bei der es um mehr geht als um die Frage, ob der Schuldner - durch Tilgungsrückstand - oder ob die Bank die Misere angeschoben hat. Es geht um die Rolle der Sparkassen, um ihre Rechte und Pflichten. "Gerade Sparkassen als öffentlich-rechtliche Anstalten haben die Pflicht, die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise und insbesondere der mittelständischen Wirtschaft mit Geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen sicherzustellen", sagt Michael Middelmann, Rechtsanwalt und Notar in Wedel, dem Abendblatt. Middelmann, der zahlreiche von dem Kreditverkauf betroffene Mandanten betreut, verweist auf das Sparkassengesetz für das Land Schleswig-Hostein.
Schützenhilfe bekommt der Anwalt von Heinrich Hassis. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hatte im Februar in Berlin erklärt, dass es falsch sei, wenn gefährdete Kredite von den Sparkassen weiterverkauft werden. Dies stehe nicht im Einklang mit dem Geschäftsmodell der Sparkassen.
Auch Wolfgang Kubicki, Vorsitzender der FDP-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag, hat Bedenken gegen die Praxis der Sparkassen geäußert. "Die Sparkassenaufsicht des Innenministeriums hätte diesen Forderungsverkauf unterbinden müssen", schrieb er kürzlich an den Vorsitzenden des Rechts- und Innenausschusses des Landtags. Damals ging es um den Kreditverkauf der Sparkasse Südholstein. Kubicki sieht das Vorgehen der Sparkassen als groben Verstoß - wenn die Kunden dem Geschäft nicht zugestimmt haben.
Das deckt sich mit der Argumentation Middelmanns. Da Sparkassen öffentlich-rechtlich sind, gelten nach seinen Angaben ihre Chefs als Amtsträger und die dürfen laut Paragraf 203 Strafgesetzbuch keine Geheimnisse wie etwa Privatdaten weitergeben, wenn die Kunden dies nicht genehmigt haben.
Die vier Mandanten von Middelmann, mit denen sich das Abendblatt traf - Schumann (SMB in Holm), Winfried Hein (Baumschule), Axel Makowski (Fitnessstudio), sowie ein weiterer Unternehmer, der seinen Namen nicht nennen wollte, weil er gerade über eine Umschuldung verhandelt - versichern, dass sie dem Verkauf ihrer Kredite nicht zugestimmt haben.
Die Stadtsparkasse Wedel hatte an die Kunden eine "Einverständniserklärung" versandt. Doch sie ist sehr kompliziert formuliert. Statt zu erklären, man wolle Forderungen verkaufen, schreibt die Sparkasse in dem Papier, das dem Abendblatt vorliegt, auf einer DIN-A4-Seite über die "Syndizierung von Forderungen" und über die ausdrückliche Ermächtigung der Sparkasse, "dem/den Konsorten sowie etwaigen Ratingagenturen, Treuhändern . . . Auskünfte über den Kreditnehmer zu erteilen, Daten über Darlehen, Kredite, Sicherheiten, wirtschaftliche Verhältnisse und sonstige Angaben zu übermitteln, soweit dies zur Überprüfung einer möglichen Syndizierung . . . erforderlich ist."
Die Stadtsparkasse Wedel wollte sich gestern nicht zu den Vorwürfen äußern, verwies stattdessen auf eine Pressekonferenz morgen. Sparkassenchef Achim Thöle verlässt das Institut in Kürze. Am 1. Juli tritt er einen neuen Job in Itzehoe an - als Vorstandsmitglied der Sparkasse Westholstein.
erschienen am 5. Juni 2007

Quelle: Hamburger Abendblatt (online) Hervorhebungen von mir

Desinfector

ZitatErmächtigung der Sparkasse (...) Auskünfte über den Kreditnehmer zu erteilen

Ist das kompliziert?

Und die Fachbegriffe lassen sich mit ein paar Klicks im Web erklären.
Wohl dem der Texte lesen kann.
gravity sux!

Hülle

Es ist schon eine Schweinerei was sich solche"Bonzen" erlauben können...
Es wird kurz mal ne Bank verkauft,egal was mit dem  kleinen Mann passiert!!!

Aber das kenne ich von der Spasskasse,habe es in der Vergangenheit auch am eigenen Leibe erlebt...

HAUPTSACHE PROFITTTT..... ach vergessen wir das,ist eh alles Mafia!!! :fluchen :meinemeinung :fluchen

Helmut

Zitat von: Hülle in Donnerstag, 07. Juni 2007 - 18:37:19
Es ist schon eine Schweinerei was sich solche"Bonzen" erlauben können...
Es wird kurz mal ne Bank verkauft,egal was mit dem  kleinen Mann passiert!!!

Aber das kenne ich von der Spasskasse,habe es in der Vergangenheit auch am eigenen Leibe erlebt...

HAUPTSACHE PROFITTTT..... ach vergessen wir das,ist eh alles Mafia!!! :fluchen :meinemeinung :fluchen

Hier ist keine Bank verkauft worden. Sondern ein Kreditinstitut hat einzelne Kredite weiterverkauft. Was als solches m.E. noch nicht fragwürdig ist. Das ist ein durchaus gängiges Instrument, ursprünglich und eigentlich, um "schwierige" Kreditnehmer, säumige Zahler etc loszuwerden, damit das Kreditinstitut deshalb nicht in Schwierigkeiten kommt (nein, nicht wegen eines säumigen Zahlers, aber sowas summiert sich).

Hier war es allerdings eine Sparkasse. Also eine öffentlich rechtliche Einrichtung! (Manche Zungen sagen, Sparkassen seien Behörden. Formal ist das sicherlich falsch ... aber öffentlich-rechtliche Einrichtungen der Kommunen sind sie) Das macht es aus meiner Sicht fragwürdig.

Und dann sind diese Kredite an ein Unternehmen verrkauft worden, dass nicht zimperlich ist, sich von den Schuldnern das Geld wiederzuholen. Sind das Menschen, die nicht von sich aus alles erdenkliche tun, geliehenes geld wieder zurück zu zahlen, überkommt mich auch da relativ wenig Mitleid. Aber hier scheint es sich, wenn ich den Berichten glauben schenken darf, um brave Kreditnehmer gehandelt zu haben, die ihre Raten stets pünktlich bezahlt haben und jetzt durch diesen Schritt der Sparkasse Wedel in Existenznot geraten.

Sicherlich haben diesbezüglich die Gerichte noch nicht das letzte Wort gesprochen, es wird vermutlich Jahre dauern. Die Sparkasse juckt das nicht, denn es ist nicht ihr Geld, mit dem sie prozessiert. Vielleicht kommt am Ende dabei raus, dass die Sparkasse Wedel so handeln durfte. Dann habe ich mich geirrt. Aber m.E. wird wahrscheinlich dabei herauskommen, dass die Verkäufe unrechtens waren. Und dann? Jahre später? Unbescholtene Bürger sind mittlerweile evtl völlig ruiniert (und deshalb plötzlich nicht mehr kreditwürdig - das wird ja noch richtig komisch!). Der Sparkasse Wedel könnte beträchlicher Flurschaden entstehen.

Und die Sparkasse Westholstein hat einen tüchtigen Vorstand mehr!

schmugler

#4
Moin, moin!

Es ist wohl davon auszugehen, dass die Kreditnehmer mit der Zahlung der Raten im Rückstand sind bzw. waren. Anderenfalls hat der Darlehnsgeber keine Möglichkeit, die Sicherheiten (Grundstücke) zu verwerten, sprich versteigern zu lassen. Ähnlich ist es mit der Zwangsvollstreckung durch Gerichtsvollzieher.
Warscheinlich würden genauere Nachfragen bei den Betroffenen ergeben, dass die Raten zuletzt nicht mehr rechtzeitig gezahlt worden sind.

Bedauerlicherweise werden bei deratigen Berichten immer Teile des Sachverhalts weggelassen, die journalistisch eventuell unbedeutend sind, rechtlich jedoch entscheident sind.

Sollte es sich tatsächlich um Darlehnsnehmer handeln, die das geliehene Geld nicht pünktlich bzw. gar nicht mehr zurückzahlen, ist letztendlich die Zwangsversteigerung ein legitimes Mittel.
Im übrigen folgt die Zwangsversteigerung nicht immer einige Tage nach der Einstellung der Ratenzahlung. Da ist dann doch eine lange Zeit, die dazwischen liegt.
Würde die Sparkasse für die von Ausfall bedrohten Forderungen kein Geld mehr bekommen oder die Kredite nicht mehr verkaufen, müssten die übrigen Kunden damit belastet werden (Erhöhung der Gebühren etc.)

Ob es von der Sparkasse Wedel aus PR Gründen sinnvoll war, ist eine andere Frage.
Was wäre aber gewesen, wenn man die Möglichkeit nicht genutzt hätte und am Ende sämtliche Forerungen ausgefallen wären. Dann wäre das Geschrei sicherlich auch groß.

Gruß
Schmugler

Desinfector

x hat mit y einen Vertrag geschlossen.
y will z den Vertrag im Nachhinein "zugänglich" machen.
Mit Zustimmung van x wohl kein Problem.

Muss x daraus nun irgendwelche Konsequenzen hinnehmen, wenn er y die
Zusstimmung verweigert?
gravity sux!