ist das nun peinlich?

Begonnen von Katja, Montag, 29. November 2010 - 08:01:51

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Katja

Eigentlich ist den USA nichts peinlich, aber die Veröffentlichung geheimer Post könnte es werden.

Da werden interne Berichte des US-Botschafters über deutsche Politiker veröffentlicht: unsere Bundes-Angela wird als 'Teflon-Merkel' bezeichnet, Westerwelle als aggressiv und inkompetent, Seehofer als unberechenbar und dumm.


HIER gibt es noch mehr 'diplomatische Einschätzungen' verschiedener Persönlichkeiten.
:lach Wie lange Murphy wohl noch in Berlin bleibt?

Mullepapa

Zitat von: Katja in Montag, 29. November 2010 - 08:01:51
Eigentlich ist den USA nichts peinlich, aber die Veröffentlichung geheimer Post könnte es werden.

Da werden interne Berichte des US-Botschafters über deutsche Politiker veröffentlicht: unsere Bundes-Angela wird als 'Teflon-Merkel' bezeichnet, Westerwelle als aggressiv und inkompetent, Seehofer als unberechenbar und dumm.


HIER gibt es noch mehr 'diplomatische Einschätzungen' verschiedener Persönlichkeiten.
:lach Wie lange Murphy wohl noch in Berlin bleibt?


Murphy wird wohl bleiben, zumindest solang er nicht von den Amis abberufen wird oder selbst nicht mehr will...
Diese Diplomatenberichte sind doch bisher eigentlich nicht so extrem schlimm, oder ? Ich möchte nicht wissen was unsere Botschafter so an Einschätzungen über die Regierungen íhrer Gastgeber von sich geben.

Was mich jedoch viel mehr beunruhigt, ist das teilweise doch recht gute Urteilsvermögen des hiesigen US-Botschafters. Denn in einigen Fällen hat er ja wohl nicht unrecht... :lalala

breughel

Wenn das alles ist, was in Berichten skandalös sein soll, dann befinden wir uns auf dem Niveau von RTL.
Solche Berichte gab es immer und wird es immer geben, die Kunst der Diplomatie ist die Doppelzüngigkeit und Heuchelei.

Katja

Von 'skandalös' hab' ich nix geschrieben - meine Frage zielte auf die Peinlichkeit der Situation für diesen Herrn Murphy ab. Er -als Botschafter- vertritt sein Land immerhin hier bei uns! Ich bin gespannt, wie sich Hillary nun dreht und wendet, um diesen diplomatischen faux pas auszubügeln.

So sehe ich das eher belustigt, als empört darüber zu sein und 'Skandal' zu schreien.

Ob eine Unterhaltung über dieses Thema wirklich niveaulos ist, wäre sicher eine Diskussion wert ;D - mach' einen neuen Thread auf, breughel!

breughel

Ob hier Herr Murphy als Botschafter ist oder ein anderer, ist egal.
Ob die Veröffentlichungen peinlich sind oder nicht - egal.
Solche Geschichten ernähren Spiegeljournalisten oder Bildschreiber.
Peinlichkeiten sind diplomatischer Alltag.
Es ist wie bei Hofe - wenn der König furzt, ist es allerfeinste Musik.

Katja

Zitat von: breughel in Montag, 29. November 2010 - 09:46:45

Peinlichkeiten sind diplomatischer Alltag.


Gut, dann oute ich mich jetzt als schadenfroh und lache weiter herzlich über so ein Lappöhrchen, das dem 'gemeinen Volk' nicht sehr oft in dieser Form offeriert wird!


Zitat von: breughel in Montag, 29. November 2010 - 09:46:45

Es ist wie bei Hofe - wenn der König furzt, ist es allerfeinste Musik.


Da fällt mir das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern ein... ;D


Johomo

Ich finde es viel peinlicher, wie solche "geheimen" Berichte an die Öffentlichkeit gelangen können.
Angeblich sind die USA doch so abgesichert, das niemand auch nur etwas Goldstaub aus Fort Knox klauen kann und kein Furz ins Land gelassen wird. Aber an solchen brisanten Berichten kommt man einfach ran? Da kann man nur den Kopf schütteln.

ToRü | ToРуз

Ein Diplomat kann dem gegenüber in den unverfänglichsten Worten sagen, dass er ein Idiot ist.
Und das erfordert viel Übung und Können.

Und: Überall wo Menschen arbeiten, kann es zu Vertrauensverletzungen kommen.
In diesem Bewusstsein wird wohl künftig das gesprochene Wort wieder mehr Gewicht erlangen, denn alles Geschriebene ist nicht mehr sicher. Vertrauen und Verlässlichkeit spielt dann wieder eine größere Rolle.
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

Brilonius

Die Attribute, mit denen unsere Politiker in den Botschaftsdepeschen bedacht werden, zeugen von guter Menschenkenntnis, von engen Beziehungen zu Informanten der Parteien und von einem sorgfältigen Studium unserer Journaille.
Und das alles soll geheim sein? Die Charakterbeschreibungen und Fähigkeiten unserer Politiker sind m.E. zutreffend, erfrischende Neuigkeiten sind nicht dabei.
Die bis jetzt veröffentlichen Auszüge sind eher harmlos, werden allerdings ihre psychologische Wirkung entfalten, das ist allzu menschlich.

Birdie

Außerdem,da Politiker(und insbesondere unsere),selten zur Selbstkritik und Hinterfragung ihrer
Arbeit neigten,wird ihnen jetzt der Spiegel vorgehalten über doch so oft schlampige Ausführung und die Augen geöffnet über unsere(ihre) sog. amerikanischen "Freunde".

Vielleicht ändert sich ja was an der Geisteshaltung mancher Politiker.