Theater spart erfolgreich!

Begonnen von breughel, Mittwoch, 14. Juli 2010 - 09:04:00

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breughel

Das Theater-Itzehoe folgt dem trend, schlechte Nachrichten gut zu verpacken.
So wie die Bundesregierung riesige Verschuldung nett umschreibt, präsentiert das Theater - Itzehoe seine Zahlen: Defizit 1.88 Millionen Euro -das ist weniger als im Vorjahr und laut NR freut man sich dann auch im Rathaus.
Die besucherzahlen werden dann nur pauschal genannt: knapp 46000 - hier wäre natürlich interessant, wie die sich zusammensetzten - schließlich waren im Theater auch so einige Werbeveranstaltungen, kommerzielle Anbieter, die auf eigene Rechnung agierten usw....
Wenn ich mal freundlich von 120 Veranstaltungen ausgehe (Kleinveranstaltungen im Studio lasse ich außen vor, gehe aber aufgrund der langen Schließung im Sommer und vieler Absagen von maximal 120 Veranstaltungen aus), dann wurde jede Veranstaltung mit gut 15 000€ subventioniert - das ist beachtlich angesichts des Niveaus vieler Veranstaltungen.
Zur Gastronomie gibt es keine Zahlen - es gibt ja auch keine Gastronomie dort.
Es wird dann beklagt, das Agenturen das Theater nicht buchen, weil die Platzzahl zu gering ist - so etwas war ja auch seit JAhren nciht bekannt und konnte bei der Marketingstrategie auch nicht berücksichtigt werden.
Vorschlag: Enger mit Wir-für Itzehoe zusammen arbeiten, dann klappt es bald wenn die Touristen strömen und dort schafft man doch laut Angabe eines Illuminati, große Gruppen veranstaltungstechnisch zu versorgen.
Betüglich der Fähigkeit mit Subventionen zu arbeiten, besteht schon Kongruenz.

ToRü | ToРуз

Erstmal ist es poitiv, dass das theater itzehoe weniger Subvention braucht als im Vorjahr.

Ein Problem des Kulturtempels: Er ist eben nicht Multifunktional. Das macht es schwierig, Kunden für Kongeresse, Hauptversammlungen etc. zu gewinnen, da die Kosten für den Umbau recht hoch sind. Das ist für die meisten Veranstalter unatraktiv.

Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

breughel

Zitat von: groundstar in Mittwoch, 14. Juli 2010 - 09:43:28
Erstmal ist es poitiv, dass das theater itzehoe weniger Subvention braucht als im Vorjahr.

Ein Problem des Kulturtempels: Er ist eben nicht Multifunktional. Das macht es schwierig, Kunden für Kongeresse, Hauptversammlungen etc. zu gewinnen, da die Kosten für den Umbau recht hoch sind. Das ist für die meisten Veranstalter unatraktiv.


ja, nett ausgedrückt. So stand es auch in der NR und da es sich hier um naturgesetzmäßige Regeln handelt, empfielt es sich auch, lediglich die üblichen Phrasen, die seit Jahren gedroschen werden, zu wiederholen. Reden wir also lieber über Weihnachtsbirnchen............die sind billiger und eine echte Innovation.

Dorei

In der Silvesternacht waren meine Frau und ich im Itzehoer Theater, um dort die Operette ,,Wiener Blut" zu sehen und zu hören. Erfreulicherweise war die Vorstellung ausverkauft und es hat uns sehr gefallen. Eine sehr angenehme Überraschung war tolle Feuerwerk, das man auch aus dem Inneren durch die Fenster genießen konnte.

Wie immer war in den Pausen das Gedränge in den engen Gängen sehr groß. Man hatte entsprechend Mühe, sein Getränk zu ergattern. Es ist schade, dass es noch keine geeigneten Räumlichkeiten für die Pausen gibt.

Was stark verbesserungsfähig ist, ist die Organisation im Parkhaus ZOB, welches von den Itzehoer Stadtwerken betrieben wird. Nach dem Ende der Vorstellung gingen wir gegen 01.30 Uhr zu unserem Auto, das in der oberen Etage des Parkhauses stand. Der Weg dorthin war recht gut begehbar, also vom Schnee und  Matsch geräumt. Die Wartezeit war dann aber extrem lang. Immer wieder ging es minutenlang gar nicht voran. Nach etwa 30 Minuten war dann endlich die Schranke an der Ausfahrt in Sicht. Der Fahrer vor uns versuchte sein Glück, aber der Automat wollte seine Parkkarte nicht annehmen. Er hat dann wohl die Notruftaste gedrückt und auch eine Antwort erhalten. Er selbst konnte nicht aussteigen, da er zu dicht am Parkkartenlesegerät stand und nicht vor und zurück fahren konnte. Zum Glück hatte er eine Begleitung im Fahrzeug. Die Dame ging dann mit der Parkkarte zum Zahlautomaten. Der Vorgang wurde begleitet von einer ungeduldigen Stimme, die aus einem Lautsprecher drang. Vermutlich hatte die Räumung des Parkhauses so lange gedauert, dass die Parkzeit schon wieder abgelaufen war. Als ,,Insider" hatte ich mir natürlich schon die Parkkarte für die Ausfahrt für zwei Euro im Theater beschafft. Die Leute vor uns hatten ein auswärtiges Kennzeichen am Auto. Ob sie wohl nach diesem Vorfall Itzehoe in guter Erinnerung behalten? Ist es das erste Mal, dass bei einer Theatervorstellung das Parkhaus so gut gefüllt ist, dass es immer noch nicht gelungen ist, eine bessere Organisationsform zu finden. Als Itzehoer ist es mir etwas peinlich, so etwas in der Silvesternacht mit ansehen zu müssen.

In der Norddeutschen  Rundschau von heute wird der Besucherschwund beklagt. Man hat keine Idee, woran es liegen könnte. Ich bin der Meinung, dass es eine ganze Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten gäbe, die so offensichtlich sind. Alle mit dem Ziel, den Aufenthalt im Itzehoer Theater angenehmer zu machen. Ein Programm, das sich mehr am Publikumsgeschmack orientiert, wäre natürlich auch noch  eine Maßnahme, aber nicht unbedingt die wichtigste. Das wichtigste wäre, seinen Gästen das Gefühl zu geben, dass sie willkommen sind.

breughel

Es traut sich niemand, das Thema mal gründlich anzupacken.
Itzehoer Rtashernn sind Kulturbanausen (mit wenigen Ausnahmen)und meiden Konflikte  - siehe Theater-Itzehoe und Kreismuseum. Zwei echte Geldvernichter, die bei kluger Führung Magneten für die Stadt sein könnten.

Katja

Breughel, tu den Ratsherren kein Unrecht - schau' mal, was ich gefunden habe: HIER erklärt sich zumindest, wer das Thema angesprochen und wer es dann gaaaaanz alleine schon mal erledigt hat! ;)

Vielleicht wird sich im August (?) ja mit der neuen Theater-Chefin alles ändern - immerhin hat die ja schon mal ein Landestheater geleitet. Und in engem Kontakt stehen die beiden Damen ja jetzt schon - sprechen über Termine, Belegungen etc. Vielleicht gibt es dann mal wieder einen Rosenball?  >:D



ToRü | ToРуз

Zitat von: Katja in Dienstag, 04. Januar 2011 - 16:08:18
Breughel, tu den Ratsherren kein Unrecht - schau' mal, was ich gefunden habe: HIER erklärt sich zumindest, wer das Thema angesprochen und wer es dann gaaaaanz alleine schon mal erledigt hat! ;)


Da stehe ich jetzt auf dem Schlauch: Was meinst Du da jetzt genau, Katja? Die Frage der Nachbesetzung der Theaterleitung?
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

Katja


breughel

Ja, da hat man eine reife Dame gewählt.
Besser wäre wohl ein besessener junger Mann gewesen.

murkel

Ich war letztes Jahr bei "Chess", das mir auch gut gfallen hat. Dann habe ich mir das Programmheft mitgenommen. Ich dachte, dass ich auch mal öfter ins Theater gehen könnte. Ich habe aber leider nichts gefunden, was mich interessiert hat. Dann muss ich doch wieder nach Brunsbüttel fahren oder nach Hamburg zu Schmidts Tivoli oder in die große Halle. Ich weiss, dass es auch anderen so geht wie mir. Das Programm sollte meines Erachtens vielseitiger, aktueller und populärer sein. So kann man auch mehr Leute ansprechen. Ich finde unsere Altersgruppe (Ende 40) ist nicht gut mit Angeboten versorgt.

delling

In diesem Fall kann ich Murkel nur zustimmen. Regelmäßig lese ich die ausliegenden Klapp-Flyer des Theaters, aber nur selten finde ich etwas Aufregendes.... Zum Teil werden alte Kamellen immer wieder neu aufgelegt. Von daher stelle ich fast jedes Mal fest: Leider nichts dabei ! >:(   

era

Richtig, im Januar läuft eine einzige "alte Kamelle": Millöckers "Der Bettelstudent", eine Operette am Sonntagnachmittag, am 23. Januar, 15.00 Uhr, erfahrungsgemäß ein Publikumsrenner. Es sind doch gerade diese von den Vor-Schreibern genannten "alten Kamellen", die die Kasse im Lot halten.

Alle anderen 20 Programme im Januar als "alte Kamellen" zu bezeichnen, die "immer wieder neu aufgelegt" werden, kann ich nur ignorant nennen. Eine Ursache der Finanznot am Theater ist eben diese Ignoranz. Wat de Buur nich kennt, ...

breughel

Zitat von: era in Dienstag, 04. Januar 2011 - 22:13:39
Richtig, im Januar läuft eine einzige "alte Kamelle": Millöckers "Der Bettelstudent", eine Operette am Sonntagnachmittag, am 23. Januar, 15.00 Uhr, erfahrungsgemäß ein Publikumsrenner. Es sind doch gerade diese von den Vor-Schreibern genannten "alten Kamellen", die die Kasse im Lot halten.

Alle anderen 20 Programme im Januar als "alte Kamellen" zu bezeichnen, die "immer wieder neu aufgelegt" werden, kann ich nur ignorant nennen. Eine Ursache der Finanznot am Theater ist eben diese Ignoranz. Wat de Buur nich kennt, ...
den Bettelstudentern habe ich in einer modernen Inszenierung in der Volksoper Wien gesehen - da ist IZ-Inszenierung dann eine alte Kamelle.
Klar fehlen zielgruppenorientierte Angebotsmuster, klar fehlt Gastronomie, klar fehlt Atmosphäre im Haus, klar fehlen echte Highlights. Klar könnte man durch Kooperation mit Hamburger Häusern hier erheblich mehr auf die Beine stellen, klar fehlt die Multifunktion - alles schleppt sich dahin. Da muß man sich nicht wundern, wenn die Angebote kaum noch gelesen werden.
In Hamburg gibt es ALLES interessanter, auf erheblich höherem Niveau und preisgünstig - oft ist in Tickets für Hamburg schon der HVV ab Elmshorn eingschlossen. Ich werde im Februar und März dreimal in der Oper sein - in Hamburg.
Selbst die Theaterkritiker sind in Itzehoe mittlerweile altgediente Pensionisten.

I

era

Na, lieber Schwarzmaler mit der Blockwart-Mentalität, denn sehen wir uns ja Hamburg in der Oper unterm Dach auf den Hörplätzen, denn nur diese Karten sind eine Nuance günstiger als die Itzehoer.

breughel

#14
Zitat von: era in Mittwoch, 05. Januar 2011 - 10:07:18
Na, lieber Schwarzmaler mit der Blockwart-Mentalität, denn sehen wir uns ja Hamburg in der Oper unterm Dach auf den Hörplätzen, denn nur diese Karten sind eine Nuance günstiger als die Itzehoer.
Ja lieber Rosamaler mit Dienstleistermentalität - ein Blick in die online-Buchungsmaske zeigt sehr wohl gute Plätze für 19.- - 30.-€ an - man muß nur rechtzeitg buchen dann kann man recht gut sitzen und auch gut sehen.
Im Thaliatheater und Deutschen Schauspielhaus gibt es in der Kateforie um 30.-€ gute Plätze - wer leichte Kost will, wird im Schmidts oder Lustspielhaus auch um den Preis gut bedient. Im Politttheater unter 20.-€ -freie Platzwahl.
Das Theater-Itzehoe ist hoffnungslos unzeitgemäß und auch meine Kritik an den Kritikern sollte darauf hinweisen, dass selbst da der Nachwuchs mangels Interesse fehlt.
Es ist schon langweilig, die routinierten Berichte der "Dauerschauer" mit Kaffeelizenz auf Dauer zu lesen - da fehlt Nachwuchs.
Übrigens schreiben dann sogar die Dauerschauer manchmal welch grausiges Spiel sie sahen.

Und gerade mal nachgeschaut: 27.1.2011 - Staatsoper Hambburg - Le nozze di Figaro - wunderschöne Oper - Karten in guter Sitzplatzlage noch zwischen 10 - 25.-€ verfügbar.
Bettelstudent - guter Platz in Itzehoe um 30.-€. Allerdings wohl nicht so ein gutes Orchester.
Nun warte ich auf den Fahrtkostenhinweis. Ja, IZ-Elmshorn und zurück leider 10.90€.
Man sollte aber die Verbandsliga nicht mit der Bundesliga vergleichen.