Klinikum kontra Wald

Begonnen von Peter, Freitag, 12. Januar 2007 - 16:36:28

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Peter

Abgetrennt vom Thema "Baum ab - nein danke!"
http://www.itzehoe-live.net/index.php/topic,602.0.html



Und das nächste Kapitel umfangreichen Baummordes ist aufgeschlagen!

Das Krankenhaus braucht Platz und findet ihn angeblich nicht.

Und so steht dann heute in der Rundschau:

ZitatGegenüber des Krankenhaus-Haupteingangs sollen vier bis sechs Hektar und damit rund ein Viertel des Hackstrucks bebaut werden. Mit der Stadt und dem Adeligen Kloster als Eigentümer habe man sich im Grundsatz verständigt, so Ziegler, auch über den Ankauf von Ersatzflächen. Der Bauausschuss hat das Vorhaben grundsätzlich gebilligt.

Man bedenke, beim Hackstruck handelt es sich bereits um den kläglichen Rest eines ehemals umfangreichen Waldgebietes!

Man benötigt u.a. mehr Parkplätze. Tausende Quadratmeter an der Robert-Koch-Str. reichen nicht.
Wieso baut man eigentlich kein Parkhaus oder Tiefgarage?
Weil es zu teuer ist?
Und daher muss Wald geopfert werden?

In den letzten Jahren hat man schon dermaßen viel Grünfläche im Norden der Stadt beseitigt, daß gar Rehe sich in den Hackstruck zurückgezogen haben.

Das Kloster schafft derweil Fakten. In grober Art und Weise wird abgeholzt, Wege zerfahren usw. usf. Momentan gleichen große Teile des Waldes einem Schlachtfeld.


Gibt es Hoffnung? Bei der heiligen Allianz von Kloster und Stadt mit dem Kreis an der Seite ... wer sollte da noch Hoffnung haben, daß der Wald nicht weiter minimiert wird.

Haben wir noch verantwortungsbewusste Politiker, die sich diesem Akt entgegenstellen?
Man wird sehen ....

(Siehe auch heute Bild-Wand www.pmix.de)

ThK

Es war einmal eine Stadt, die den Slogan hatte:

Itzehoe, Stadt im Grünen

wie gesagt, hatte!

murxelhannes

ZitatItzehoe, Stadt im Grünen
Früher hieß es sogar Industriestadt im Grünen.
Ach da hat sich viel verändert

Peter

#3
Für diejenigen Leser/innen, die Näheres wissen möchten, habe ich im Netz den Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan 2015 Itzehoe gefunden und die den Hackstruck betreffenden Textpassagen gescreent.

Den Plan kann man derzeit als PDF im Netz zwar anschauen, nur ist die Ladezeit unendlich lang - wer will, kann die PDF Datei bei mir anfordern.

Quelle: Klick......
Hier nun die Auszüge:







Edendorf

...und quasi als i-Tüpfelchen verlegt das Klinikum den Rettungsweg, weil sie sich zur Rückseite auch ausdehnen möchten. Und was passiert dort? Es müssen für die Umlegung des Rettungsweges leider auch wieder Bäume gefällt werden (s. NR 15.01.2007).

Warum baut das Klinikum nicht ein vernünftiges Parkhaus und dann einen hohen Anbau, dass nicht so viel Grünflächen vernichtet werden? Das könnte man alles auf dem Terrain realisieren, wo bislang die Parkplätze sind...

Britta

Mich wundert, daß der Aufschrei hier nicht größer ist. Oder haben die Leute Angst vor den Doktoren?
Haben Stadt und Kreis eigentlich eine Art Mitführung beim Krankenhaus? Dann will man wohl Geld sparen, zu Lasten der Umwelt wohlgemerkt. Denn Fläche ist vorm Krankenhaus reichlich. Nur zugeparkt.
Gab es nicht mal sowas wie Parkhäuser?
Ach ja, die baut man ja nur da, wo sie niemand braucht.

Haben die Doktoren heimlich Drogen genommen oder wieso denken die so schwachsinnig?
Fragen über Fragen.

Katja

Der Aufschrei wäre sicherlich größer, wenn es sich bei einem Klinikum um einen Freizeitparkt handeln würde - und dann sicherlich berechtigt.

Ich finde diese Diskussion wirklich völlig unsinnig, denn KEINER, der hier über die abgeholzten Bäume (für das Klinikum abgeholzt) meckert, möchte darauf verzichten, eine solche Einrichtung in seiner Nähe zu wissen.
NATÜRLICH soll diese dann auch nach dem neuesten Stand der Medizintechnik ausgestattet sein - und natürlich bitte auch gut erreichbar.
Wenn die Bettenkapazität nicht ausreicht, dann fahren DIESE Menschen natürlich im Akutfall ins nächste Krankenhaus - sind ja nur ein paar Kilometer entfernt - NUR DAMIT DIE BÄUME STEHENBLEIBEN DÜRFEN!

Entschuldigt bitte den Sarkasmus - ich beobachte schon eine ganze Weile, wie hier einseitige  Meinungsmache in punkto Begrünung und Abholzung betrieben wird.


Peter

Das mag sich ja korrekt anhören.
Aber, Katja, schaue Dir das Gelände mal vom Fuß-/Radweg an!

Die Fläche zum Parken erstreckt sich über eine gewaltig große Fläche.
Da wäre Platz für so viele Anbauten!
Die Idee, ein Parkhaus dort hinzusetzen, wäre doch die Lösung.

Und, das kannst Du Dir wohl denken: Ist erst ein weiterer Teil des Baumbestandes gefallen (denn der Hackstruck ist bereits ein Rest von einem großen Wald) dann wird es so weitergehen: Noch ein Stück hier, ein Stück dort.

Aber wenn es doch Alternativen gibt, dann sollten bitte zuerst die zu prüfen sein.

Wir können doch nicht hier nach Urwaldschutz sonstwo rufen und selbst holzen wir alles ab, was stört!

Katja

Allein die Gelder für ein Parkhaus, die das Klinikum aufbringen müßte, wären gigantisch - siehe Parkhaus am Bahnhof.
Selbst wenn die Kosten im vorgesteckten Rahmen bleiben, ist die Investition keine, die sich absehbar schnell wieder amortisiert - immerhin ist auch ein Klinikum ein Wirtschaftsunternehmen.

Mal so zum Vergleich und als Beispiel:
eine moderne MRT-Einheit kostet ca. 1,5 Mio. Euro. (70% der Diagnostik stützt sich auf bildgebende Untersuchungen!!)

*sarkasmusmodusan*
"Unsere Klinik verfügt über ein modernes Parkhaus, das wir erbaut haben, um den anliegenden Wald zu schützen. Leider müssen wir aufgrund dieser Ausgaben nun bis zum Jahr 2025 auf die Anschaffung moderner medizinischer Diagnostik-Geräte verzichten."
*sarkasmusmodusaus*

Wären WIR (als mögliche Patienten des Klinikums Itzehoe)  bereit, die Kosten für die Errichtung eines PARKHAUSES zu tragen und dafür auf bestmögliche medizinische Versorgung zu verzichten?

Eine Alternative??
Bürgerinitiavie gründen - jeder Itzehoer (es sind rund 35.000 z.Zt.) bringt zur Erhaltung des Wäldchens  150 Euro auf.
Dann wäre ein Parkhaus finanziert...


Pakraf

Rhetorisch ist es sehr geschickt, die Kosten eines Parkhaus gegen die Kosten eines MRT zu setzen - auf dem Sektor der MRT sowie der Computertomografie ist IZ allerdings sehr gut ausgerüstet - manche meinen, sogar schon zu gut.
Aber tatsächlich wäre eine Planung mit Parkhaus durchaus realistisch, um z.B. auch die Natur um das Krankenhaus für die Patienten zu erhalten (Erholung) und um Lärm etc. fern zu halten außerdem wären die Kosten durchaus kalkulierbar - ein solches Parkhaus würde weitere Wege vom Parkplatz ersparen helfen und könnte von einer Investorengemeinschaft wirtschaftlich betrieben werden - PARKGEBÜHR!.
Es gäbe also schon Alternativen zu überlegen - aber Katja liebt auch keinen Widerspruch gegen ihre Meinung - das ist hier auch das Thema.

murxelhannes

Zitataber Katja liebt auch keinen Widerspruch gegen ihre Meinung - das ist hier auch das Thema.

Zu seiner Meinung zu stehen und sie durch sachliche Argumentation zu verteidigen

und keinen Wiederspruch lieben

sind zwei paar Schuhe veehrter GAST

Bernd

... die Patienten schauen aus ihren Zimmern auf einen Betonklotz.

Wieso eigentlich Itzehoer Bürger? Es ist ein Kreiskrankenhaus und in diesem wollen Familie, Freunde und Bekannte dem Menschen im Krankenhaus in seiner Situation Anteil und Hilfe leisten. Viele müssen dazu mit dem eigenen Fahrzeug anreisen und suchen nach Parkmöglichkeiten. Einige davon sind selbst nicht mehr in der Lage, lange Wege oder mögliche Gebühren für diese Möglichkeiten zu leisten.

Gesunde Menschen machen gern einen weiten Bogen um ein Krankenhaus. Das ist verständlich. Aber wenn es jemanden trifft, wird die Kritik laut, es sei kaum möglich, Besuche zu unternehmen.

Im Rahmen der Möglichkeiten ist eine optimale Versorgung der Patienten vorrangig. Traumbilder, wie ich mir sie vorstellen kann, z. B. Tiefgarage mit direkte Anbindung an die Stationen kann jeder gern bilden, so wie Schüler sich ihren Schulhof vorstellen.

Alles hängt nun einmal am Geld. Und wie ich es selbst erlebte, hetzen Ärzte und Pflegepersonal durch die Räume und geben viel von möglichem Einsatz.
Mehr ist kaum möglich. Der Ruf nach mehr Pflegeprsonal ist unüberhörbar und bestimmt auch berechtigt.

Wie soll man der Kostenflut begegnen? Kranke und Verletzte versorgen und pflegen. Menschen den Zugang zum Patienten ermöglichen und dabei keine Natur schädigen.

Und dass Urwälder mit dem Hackstruck nichts zu tun haben, müsste allgemein bekannt sein. Der Sauerstoff kommt aus dem Meer. Wasserpflanzen können aber kein Geld ausscheiden.

T'schuldigung, lieber Peter, aber ich musste das schreiben.
@ Katja
Ich fand Deinen Kommentar richtig.

Katja

Was ich liebe, anonymes Pakraf, steht hier nicht zur Diskussion - es geht einzig um die Abholzung des Waldes, um Parkplatzfläche zu schaffen.

Es sollte keine rethorische Geschicklichkeit demonstrieren, die Kosten eines MRT gegenüber die eines Parkhauses zu stellen, sondern einzig darstellen, daß ein Wirtschaftsunternehmen nur ein (relativ) eingeschränktes Budget hat, welches sinnvoll eingesetzt werden sollte.
Es war ein BEISPIEL - und es ist völlig belanglos, ob das Klinikum damit bereits gut ausgestattet ist oder nicht - das Beispiel hätte auch in der Berechnung eines Facharztplatzes oder diverser Pflegekräfte gebracht werden können....

EIN Aspekt eben, warum man manchmal nur die Möglichkeit hat, zwischen Pest und Cholera (um medizinisch zu bleiben) entscheiden kann.

Es sollte darstellen, daß jede Medaille zwei Seiten hat und man sich manchmal (mangels Denkanstößen in eine andere Richtung) verrennen kann.

Dieser Denkanstoß stellt keinesweg meine Meinung zum plan- und sinnlosen Abholzen dar.

Noch etwas, liebes Pakraf:  es ist schon einfach, sich hinter einem anonymen Nick zu "verstecken" um
a) unerkannt zu sticheln
b) seine Meinung zu ändern, OHNE sich  und vor anderen eingestehen zu müssen, man hätte sich geirrt
c) einfach seine eigenen Unzulänglichkeiten zu verbergen

Schön, daß Du für DICH diesen Weg gefunden hast!

Pakraf

Warum so gereizt und giftig ?
Habe ich nicht reale Alternativen benannt?
Ich möchte nicht von Dir angegiftet werden wie Du sonst mit Mitgleidern hier sprichst. Ganz einfach.

Katja

 :lach
gereizt und giftig??

Wenn jeder so ausgeglichen und entspannt wäre wie ich, gäbe es keine Kriege!!!
:angel:

Eine Alternative wäre auch, einen Park- und Ride-Service anzubieten - dann könnte das Parkhaus am Bahnhof auch sinnvoll genutzt werden.

Wer teilt eigentlich am Ende dieses Threads all die guten Ideen der Klinikleitung mit??