Hilflosigkeit an Itzehoer Schule

Begonnen von Sanni, Dienstag, 27. November 2012 - 08:08:41

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Sanni

Heute in der Norddeutschen Rundschau zu lesen:

Hier der Artikel

Wenn ich so etwas lese - egal ob nun in/über Itzehoe oder andere deutsche Städte - frage ich mich immer,
was ich in solch einer Situation machen würde um mein Kind zu schützen . . .

In diesem Falle ist anscheinend niemand in der Lage die Angelegenheit zu ordnen:
- die Polizei ist nicht zuständig, weil noch keine Strafmündigkeit vorliegt - bietet aber schon mal an Straftaten "zu sammeln", damit man dann mit dem 14 Geburtstag entsprechend durchgreifen kann;

- die Schulleitung hat alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft und wird (ich hätte jetzt fast geschrieben "wieder mal") von "ihrer" Schulrätin im Stich gelassen;

- das Jugendamt hat zumindest schon mal seine Zuständigkeit erklärt, aber vielleicht ist man dort ja personell unterbesetzt und deswegen tut sich nichts . . .;

- Elternhaus Fehlanzeige!

Nun hat sich die Elternschaft überlegt ihre Kinder mal nicht zur Schule zu schicken, was sicher für ihre Hilflosigkeit spricht, allerdings hat die Schulrätin diese Aktion schon mal mit Unrecht kommentiert.

Und was lernen so Fünftklässler daraus . . .

eilandhegel

Wie ich gestern schon bei FB geschrieben habe, finde ich Inklusion wichtig, aber irgendwann kommt doch auch der Zeitpunkt, an dem man die anderen lernwilligen Schüler der Klasse ungerechtfertigt benachteiligt.

Hier sollte es klare Regeln geben, klare Sanktionen und am Ende auch einen Ort, an dem an "Normalschulen" nicht beschulbare Problemfälle dann landen und wo sie entsprechend gefördert werden können.

Leere Schulgebäude haben wir ja genug - das wäre doch was für den Standort Breitenberg - 2 dutzend Sonderpädagogen und Sozialarbeiter und der Kreis könnte sicherlich etliche zukünftige "schiefe Bahnen" verhindern.

In der 1. Klasse unserer Tochter kann man sehen wie so etwas beginnt.
Der entsprechende Schüler wiederholt, legt sich jeden Tag mit Mitschülern, auch aus höheren Klassen, an. Zu tätlichen Auseinandersetzungen gegenüber mehreren Lehrern ist es auch schon gekommen.

Die Schule scheint hilflos, niemand unternimmt etwas Effektives, wenn der so weitermacht, ist er in ein paar Jahren in der 5c der WBR...


Jemand sollte einmal hochrechnen, wieviel volkswirtschaftlicher Schaden der Gesellschaft entsteht durch all die in ihrem täglichen Lernen gestörten Mitschüler...
"Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid."
A. Einstein

Kuno

Mal gut, daß das Elternhaus aussen vor ist.

ToRü | ToРуз

Mit Inklusion hat ein solcher Fall wenig zu tun.

Was eben nicht zu lesen ist, ist, ob der Junge krank ist oder einfach nur kriminell "aufmüpfig".

Ich bin da eventuell etwas einfach gestrickt, aber wir haben uns früher als ältere Schüler nicht von einem 5.-Klässler terrorisieren lassen, da gab es immer eine Lösung, die dann auch den Mitschülern half. Aber das würde man heute eventuell als - na, ich nenne es mal brutal - verurteilen. Gewalt ist natürlich keine Lösung, ich bitte mich da nicht falsch zu verstehen.
Aber ich habe das Gefühl, das sich so etwas früher eher mal auf dem Schulhof selbst regulierte bzw. die Behörden, in ganz harten Fällen, eher mal durchgriffen.

Aber: das geht heute alles nicht mehr. Gesetze haben sich geändert, die Rechtsprechung erst recht. Das lähmt unsere Gesellschaft immer mehr.

Da sind wir weit gekommen.
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

breughel


eilandhegel

Zitat von: ToRü in Dienstag, 27. November 2012 - 10:40:59
Mit Inklusion hat ein solcher Fall wenig zu tun.

Findest Du? Solche Härtefälle wären früher irgendwann auf der Sonderschule gelandet und die gibt es nun nicht mehr. Stattdessen besuchen die Sonderpädagogen ihre Klientel in den Schulen - Lehrer und "normale" Mitschüler leiden irgendwann...

Du solltest Dich vielleicht gelegentlich mal mit Lehrern unterhalten...
"Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid."
A. Einstein

Itzeflitze

Warum wird dieses Kind nicht der Schule verwiesen? Alle anderen leiden unter dem Bengel.
[url="http://itzeflitze.deviantart.com/"]http://itzeflitze.deviantart.com/[/url]
NEU: [url="http://hamsterhilfe-itzehoe.jimdo.com/"]http://hamsterhilfe-itzehoe.jimdo.com/[/url]

ToRü | ToРуз

Zitat von: eilandhegel in Dienstag, 27. November 2012 - 11:12:14
Zitat von: ToRü in Dienstag, 27. November 2012 - 10:40:59
Mit Inklusion hat ein solcher Fall wenig zu tun.

Findest Du? Solche Härtefälle wären früher irgendwann auf der Sonderschule gelandet und die gibt es nun nicht mehr. Stattdessen besuchen die Sonderpädagogen ihre Klientel in den Schulen - Lehrer und "normale" Mitschüler leiden irgendwann...

Du solltest Dich vielleicht gelegentlich mal mit Lehrern unterhalten...

Inklusiv wird es dann, wenn es sich tatsächlich um eine krankhafte Verhaltensauffälligkeit, oder wie man heute sagt "Problemverhalten" oder herausforderndes Verhalten" bzw. eine Störungen des Sozialverhaltens handelt - ja. Aber da geht aus dem Artikel nicht so hervor. Dann wäre die Lösung wahrscheinlich auch etwas einfacher.

Wir hatten in Breitenberg auch schon verhaltensauffällige Kinder mit Schulbegleitung, das klappte eigentlich ganz gut. Sonderschule heißt nun übrigens Förderzentrum, und die gibt es noch. Und ich unterhalte mich sehr oft mit Lehrern, habe ja selber 2 Kinder an Schulen und bin im Schulelternbeirat einer Schule.

Die Lehrer sind für inklusive Beschulung nicht ausgebildet und daher regelmäßig mit solchen Situationen überfordert.
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

breughel

Es gab sehr effektiv arbeitende Förderschulen in Glückstadt, Wilster und (ich glaube) Kellinghusen.
Dort waren zum Teil wirkliche Experten und sehr engagierte Sonderpädagogen tätig - natürlich auch die in manchen Fällen hilflos weil völlig durchgeknallte Kindern nicht erreicht werden können - dafür gab und gibt es die Kinderpsychiatrien in Schleswig, Elmshorn usw. Auch dort dann oft Hilflosigkeit.
Die Inklusionsbewegung hat nun ein sehr euphemistisches Bild von Integration und hat ihrer Ideologie recht gute Ansätze geopfert.
Das ist sicher ein interessantes Thema aber nicht für die Foren geeignet - da wird zu platt kommuniziert.
Man könnte also versuchen, ihn in die Psychiatrie zu stecken - wird wohl wenig bringen außer etwas Entlastugn für die Schule.
Früher schickte man solche Kinder auf Erlebnistour - ist abgeschaftt weitgehend (zum Glück).
Eine echte Tracht Prügel wäre sicher gern gesehen, zeigt aber sicher auch nicht Wirkung im gewünschten Umfang.
Das würde zwar Rachebedürfnisse befriedigen - mehr aber nicht.
Also - alle ratlos, immens viel Kosten und Ärger und so beginnt eine Karriere, die hohe Kosten und wenig Erfolge für die Solidargesellschaft bedeuten wird.
Man schaue sich die rührende Story an von Jeremie, dem armen Kind aus Hamburg, das im Zirkus richtig gemein gequält wurde und nun abgetaucht ist....

Sanni

Zitat von: Itzeflitze in Dienstag, 27. November 2012 - 11:36:16
Warum wird dieses Kind nicht der Schule verwiesen? Alle anderen leiden unter dem Bengel.

Weil es in diesem Land eine Schulpflicht gibt.


ToRü | ToРуз

#10
Zitat von: breughel in Dienstag, 27. November 2012 - 11:52:30
Es gab sehr effektiv arbeitende Förderschulen in Glückstadt, Wilster und (ich glaube) Kellinghusen.
Dort waren zum Teil wirkliche Experten und sehr engagierte Sonderpädagogen tätig - natürlich auch die in manchen Fällen hilflos weil völlig durchgeknallte Kindern nicht erreicht werden können - dafür gab und gibt es die Kinderpsychiatrien in Schleswig, Elmshorn usw. Auch dort dann oft Hilflosigkeit.
Die Inklusionsbewegung hat nun ein sehr euphemistisches Bild von Integration und hat ihrer Ideologie recht gute Ansätze geopfert.
Das ist sicher ein interessantes Thema aber nicht für die Foren geeignet - da wird zu platt kommuniziert.
Man könnte also versuchen, ihn in die Psychiatrie zu stecken - wird wohl wenig bringen außer etwas Entlastugn für die Schule.
Früher schickte man solche Kinder auf Erlebnistour - ist abgeschaftt weitgehend (zum Glück).
Eine echte Tracht Prügel wäre sicher gern gesehen, zeigt aber sicher auch nicht Wirkung im gewünschten Umfang.
Das würde zwar Rachebedürfnisse befriedigen - mehr aber nicht.
Also - alle ratlos, immens viel Kosten und Ärger und so beginnt eine Karriere, die hohe Kosten und wenig Erfolge für die Solidargesellschaft bedeuten wird.
Man schaue sich die rührende Story an von Jeremie, dem armen Kind aus Hamburg, das im Zirkus richtig gemein gequält wurde und nun abgetaucht ist....


Wir hatten auch schon eine solche Situation in der Grundschule. Da war auch ein - wesentlich weniger - aggressiv auffälliges Kind. Alle bedauerten das Kind, fanden es wichtig, dass dem Kind geholfen wird. Aber bitte in einer anderen Klasse oder besser, einer anderen Schule. Das Jugendamt hatte bereits ein Auge auf die Familie.

Wenn das Kind Sonntags allein durch den Regen und Schnee stapfte, weil die Eltern sich allein in Hamburg vergnügt haben und nicht wollten, dass das Kind allein zuhause bleibt, das Kind bei den Klassenkameraden klingelte um - sicher auch vordergründig - spielen zu wollen, aber nur Absagen bekam, dann wollte keiner helfen. Unsere Kinder kamen gut mit dem Kind klar und wenn es bei uns war, war es auch sehr selten auffällig. Wir hatten nie einen Zwischenfall in 2 Jahren. Dann zog die Mutter mit dem Kind weg.

Sicher, das häusliche Umfeld ist ein gewichtiger Faktor. Kinder "schreien" dann geradezu nach Aufmerksamkeit, auch in gewaltätiger Form. Ständige Ablehnung führt dann ebenso zu einem gewissen Sozialverhalten. Eigentlich ein Teufelskreislauf, der unterbrochen werden muss.

Ich will da bei Laibe nix verteidigen oder verharmlosen, aber doch mal den Versuch machen aufzuzeigen, dass es keine Patenlösung gibt, kein schwarz und weiß, sondern eher einen Grauton als Lösung.
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz und Moral ist immer die Toleranz und Moral der anderen.

Blubb

Zitat von: ToRü in Dienstag, 27. November 2012 - 10:40:59
Aber: das geht heute alles nicht mehr. Gesetze haben sich geändert, die Rechtsprechung erst recht. Das lähmt unsere Gesellschaft immer mehr.

Wie soll man das verstehen?

wutz

Solche Probleme haben wir auch auf dem Schulhof gelöst. Ging prima und heute trifft man sich nach 50 Jahren friedlich.

Koch Th

Ich habe heute Morgen meine Enkelin zu einer Schulveranstaltung gebracht. Der ton unter den Kindern hatt mich erschrekt.
ein Zitat .: Hey Du Arsch ic Fick Dich .
Sollte wohl so eine Art Begrüßung sein 
Mit Jungen Leuten bleibt mann jung

Deichlamm

ZitatSolche Probleme haben wir auch auf dem Schulhof gelöst. Ging prima und heute trifft man sich nach 50 Jahren friedlich.

Entspricht auch meiner Sozialisation.

Hier die musikalische Umsetzung (bitte keine Kommentare zur Frisur des Sängers):
http://www.dailymotion.com/video/x1vnqz_john-mellencamp-cherry-bomb_music

Was aber, wenn das nicht mehr geht? Ich erinnere mich an einen verdienten Kreistagsabgeordneten (und Lehrer), der immer auf dem Grundsatz "Erziehung in der Familie, Bildung in der Schule, den Rest macht der Sportverein" bestand. Und dann einen Sozialpädagogen für seine Schule anforderte. Unter deutlichen Bauchschmerzen. "Weil es nicht mehr anders geht".  Wenn Eltern nicht mehr erziehen und Sport nicht mehr stattfindet, bleibt einfach eine Lücke...

???

Stefan