Autor Thema: Kriterien zur Eurowahl  (Gelesen 3088 mal)

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ae8090

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Kriterien zur Eurowahl
« am: Samstag, 06. Juni 2009 - 00:42:45 »
In diesem Faden soll ausnahmsweise mal nicht so sehr diskutiert werden. Hier geht's um die Europawahl. Würden wir diskutieren, dann ginge es vermutlich ja doch ziermlich schnell ungefähr so ab:

A: Ich bin für Aserbaidschan in der EU. Für mich gehören die einfach dazu.
b: Spinst Du, bist wohl total verrückt. Das ist Asien und da gehören die auch hin.

Nun gut, dieses Niveau wollen wir gerne vermeiden...

Interessanter wäre vielleicht, welche Kriterien Ihr habt, für Eure Wahlentscheidung. Vielleicht helfen Euch Eure Schwerpunkte, die Ihr setzt, Vielleicht aber machen grade Eure Kriterien Euch die Wahlentscheidung auch schwer.

Ich sehe hier also einen Thread, in dem sich Statement an Statement reiht und wir es einfach auch mal hinnehmen können, dass jemand anderer Meinung ist, dass andere andere Schwerpunkte setzen, dass der, den ich eigentlich für ganz nett hielt, plötzlich in seinen Zielen mir völlig entgegen gesetzt ist.

Ich bin gespannt, ob wir das aushalten.


Ich fange natürlich an. Mein Kriterien zur EU-Wahl:
Ich wähle definitiv nicht:
- radikale Parteien wie NPD, Linke etc
- Jux- Parteien wie Pogo-Partei, Kaninchenzüchterverein etc

Die Partei, die mein Kreuzchen haben will, muss für folgendes eintreten:
- pro Euro, ohne Wenn und Aber. Es gibt keine Alternative.
- pro Europa der Nationen. Erst die einzelnen Nationalstaaten machen Europa groß und zu dem was Europa sein kann und wird: wunderbar bunt vielfältig
- für die Einsicht, dass es falsch war, die Gemeinschaft erst von 16 auf 25 (oder weiß der Geier wieviel) auszuweiten und sich dann an den notwendigen Reformen zu versuchen. Andersrum wäre ein Schuh draus geworden: Est die Reformen, dann die Erweiterung. Ich möchte zumindestein Eingeständis hören: 'Ja, da haben wir einen Fehler gemacht.' Auch wenn sich der fehler nicht mehr reparieren lässt.
- für eine besondere Partnerschaft mit der Türkei und mit anderen interessierten Staaten (zB Marokko), die aber definitiv nicht als Mitglieder in die Union aufgenommen werden.

saab

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #1 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 00:46:16 »
         Europa WAR bunt und vielfältig !


         Wenn, wie heute imTV zu sehen und zu hören,

         der Bürgermeister von Eutin zugibt kaum noch eigene freie

         Entscheidungen treffen kann, weil ihm durch EU Bestimmungen

         und Gesetze die Hände gebunden sind , dann frage ich mich wirklich,

         ob ich das gut finde, ich finde es ganz und garnicht gut.

         das Leute über etwas entscheiden , was Eutin angeht, die noch nichtmal

         wissen das es Eutin überhaupt gibt.

         Erinnert mich an die Zeiten des "Sonnenkönigs "


          Ich gehe nicht zur Wahl.
« Letzte Änderung: Samstag, 06. Juni 2009 - 01:04:58 von saab »

Offline Baltic

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #2 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 17:58:41 »
Ich gehe zur Europa-Wahl, aber nicht so sehr aus Überzeugung, sondern eher, damit ich hinterher auch die Lizenz zum Meckern habe.  ;)

Wen ich wähle? Bestimmt keine der sogenannten Spaßparteien. Darin sehe ich keinen Sinn.
Evtl. die Grünen, aber nicht so sehr wegen deren Parteiprogramm, sondern eher, weil sie das europäische Parlament nicht zur
Abzocke von Bezügen benutzen, sondern (hoffentlich) ehrlich und fair abrechnen. Kann natürlich sein, dass ich mich täusche.  :-\
Bin hier in friedlicher Absicht unterwegs... Leben und leben lassen

Offline Slartibartfass

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #3 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 19:00:02 »
Wen ich wähle? Bestimmt keine der sogenannten Spaßparteien. Darin sehe ich keinen Sinn.
Es gibt einen Sinn, solch eine Spaßpartei zu wählen: Man stimmt damit gegen die CSU. :)
Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.

Teatime

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #4 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 20:01:31 »
Ich werde nicht wählen.

Erstens sollte man im eigenen Haus erst mal für Ordnung sorgen, bevor man sich anderen Aufgaben widmet. Dazu gehört zum Beispiel, dass ein Abitur in Schleswig-Holstein oder Hamburg gemacht auch in Bayern den gleichen Stellenwert und die gleiche Anerkennung hat.

Zweitens wird mir viel zu viel durch die EU reglementiert, was sonst vielleicht wunderbar geklappt hätte. Zudem ist es einfach lächerlich, wenn beispielsweise die Höhe eines Treckersitzes EU-weit reglementiert werden muss. Diesen blöden Krümmungsgrad von Gurken und Bananen hat man ja (was das wohl gekostet hat?) wieder abeschafft.

Drittens: was soll eine Aufzählung (habe ich neulich im Radio gehört), was alles durch Mittel der EU alles tolle Projekte finanziert wurden? Sind wir nicht der größte Einzahler in die EU? Von der Warte aus gesehen könnten wir ja noch viel mehr nationale Projekte ohne die Zahlungen an die EU verwirklichen.

Viertens: Die Abgeordeten wollen ständig reisen. Mal hierhin, mal dorthin. Und zahlen darf es der Steuerzahler. Wieder Geld, das wir im eigenen Land wesentlich besser gebrauchen können.

Und fünftens: ich bin ein mündiger Bürger - eigentlich. Warum darf ich nur über die Zusammensetzung des Parlaments entscheiden, aber bei absolut wichtigen Dingen, wie zum Beispiel die Einführung des Euro wurde ich nicht gefragt. Ich bin mir sicher, die Deutschen hätten sich bei der Wahl auch gegen den unsäglichen Euro entschieden. Da wollten sich einige Politiker in meinen Augen nur ein fragwürdiges Denkmal setzen. Was dabei rausgekommen ist, sehen wir jetzt ja.

So lange ich mehr Nachteile als Vorteile habe, interessiert mich Europa als ein Ganzes nicht. Und wenn jemand jetzt sagt, wer nicht wählt, darf nicht meckern: Quatsch. Immerhin werde ich unter der langen Liste der Nichtwähler in der Statistik geführt - und die sagt meiner Meinung nach wesentlich mehr über das Interesse an der EU aus, als eine abgegebene Stimme für irgendeine Partei.

Jetzt zerreist mich.

Offline luna07

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #5 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 20:28:19 »
Hier wird niemand zerrissen,hoffe ich jedenfalls.
Von Europa halte ich nicht mehr viel,die Erweiterung war ein Fehler.
Aber da wir Alle in Europa leben ist es unsere " Pflicht" mit unserem
Kreuzchen an der Gestaltung mitzuwirken.

Offline Slartibartfass

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #6 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 20:35:21 »
So lange ich mehr Nachteile als Vorteile habe, interessiert mich Europa als ein Ganzes nicht.
Solange die "Pfeifen" nicht abgewählt werden, wird sich nichts ändern. Und dass Du KEINER der ganzen Parteien zutraust, besser als die jetzigen Quatschverzapfer zu sein, glaube ich nicht.
Dadurch, dass man nicht wählt, signalisiert man denen, die an der Macht sind, dass man keine bessere Alternative zu ihren Handlungen sieht.

Mit dem Kram, der aus EU- oder Bundesebene abläuft, bin ich auch nicht zufrieden. Desswegen gehe ich zur Wahl und versuche es zu ändern! Unsere Ahnen sind für das Recht auf freie Wahlen auf die Straße gegangen und haben dafür ihr Leben riskiert. Und wir sagen, dass da eh nur Dünnpfiff verzapft wird und wählen deswegen nicht? Bitte nicht.
Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.

swetlana

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #7 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 22:28:41 »
Ich werde auch nicht zur Wahl gehen, weil ich keinem Politiker (ob auf EU-Ebene oder sonstwo) mehr trauen kann.

Ich finde, teatime hat völlig recht, wenn er sagt, solange er nicht bei den wirklich wichtigen Dingen (Stichwort Volksentscheide) gefragt wird, sondern nur wie ein Schaf sein Kreuz bei einer Partei machen und somit als Mehrheitsbeschaffer für eine Politik dienen soll, mit der man sich überhaupt nicht identifizieren kann.
Ich bin es auch - ehrlich gesagt - leid, dass den Nichtwählern ständig ein schlechtes Gewissen einredet wird. Meine nicht abgegebene Stimme trägt definitiv nicht dazu bei, dass beispielsweise Nazis ins Parlament kommen.

Stellt euch mal vor, keiner geht mehr wählen.
Ja, was würde denn dann passieren?

swetlana

saab

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #8 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 22:37:46 »


       @teatime

       Ich gehe da völlig konform mit Dir !

       @ swetlana

       ebenfalls, aber wenn keiner mehr wählt, wählen sich die Politiker selbst,  ;D

Teatime

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #9 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 22:39:00 »
Solange die "Pfeifen" nicht abgewählt werden, wird sich nichts ändern. Und dass Du KEINER der ganzen Parteien zutraust, besser als die jetzigen Quatschverzapfer zu sein, glaube ich nicht.
Es bedeutet ja nicht, dass ich bei Kommunal- oder Bundestagswahlen nicht wählen gehe.

Und wenn ich tatsächlich keiner Partei zutraue etwas in Europa zu verbessern, warum soll ich dann mein Kreuz irgendwo machen?

Offline DrKloebner

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #10 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 22:39:27 »
Von 100 Leuten wählt einer die Nazis, dann hat die Partei nur 1 %. Stell Dir vor, die restlichen 99 gehen nicht mehr zur Wahl, sondern nur der eine, der die Braunen wählt. Rechne selber!
Jo

saab

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #11 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 22:41:25 »
Von 100 Leuten wählt einer die Nazis, dann hat die Partei nur 1 %. Stell Dir vor, die restlichen 99 gehen nicht mehr zur Wahl, sondern nur der eine, der die Braunen wählt. Rechne selber!

            Ist natürlich ein Argument, ( Beispiel Holland !)

Teatime

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #12 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 22:45:27 »
Aber da wir Alle in Europa leben ist es unsere " Pflicht" mit unserem
Kreuzchen an der Gestaltung mitzuwirken.
Wenn man sich aber mal anschaut, welche Länder jetzt noch alle dazu gehören wollen: es gibt doch kaum noch Länder, die so reich sind, um mehr einzuzahlen, als sie raus bekommen. Die großen gehören ja schon lange dazu, die anderen, die jetzt noch dazu kommen, wollen meiner Meinung nach doch nur noch abkassieren.

OK - das ist meine Meinung dazu. Das soll aber niemanden davon abhalten, sein Kreuzchen zu machen.

BTW mal etwas humorvolles:
in Ostfriesland wirbt eine Partei mit dem Konterfei von Dr. Gabriele Pauli (die aus Bayern). Die Ostfriesen mögen sie anscheinend, denn kein Plakat wird so oft geklaut, wie das von Frau Pauli. :D
« Letzte Änderung: Samstag, 06. Juni 2009 - 22:46:58 von Teatime »

swetlana

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #13 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 23:27:30 »
Von 100 Leuten wählt einer die Nazis, dann hat die Partei nur 1 %. Stell Dir vor, die restlichen 99 gehen nicht mehr zur Wahl, sondern nur der eine, der die Braunen wählt. Rechne selber!

Wenn einer die Nazis wählt und 99 gehen nicht zur Wahl, dann bin ich nicht schuld, dass die Nazis gewonnen haben, sondern die Parteien müssten sich aller-, aller-, allerspätestens dann mal fragen, warum 99 von 100 nicht mehr zur Wahl gehen.

Wenn es eine ankreuzbare Möglichkeit gäbe (Ich vertraue keiner der hier vorgestellten Parteien bzw. keinem Politiker) würde ich gerne zur Wahl gehen.

swetlana

Offline DrKloebner

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Re: Kriterien zur Eurowahl
« Antwort #14 am: Samstag, 06. Juni 2009 - 23:32:50 »
Swetlana, ich wollte Dir damit nur sagen, das Deine nicht abgegebene Stimme sehr wohl den Nazis Gewinne bringen kann.
Jo