Autor Thema: Sternenkinder  (Gelesen 1269 mal)

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Offline Katja

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Sternenkinder
« am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 20:08:31 »
Okay, ich gebe es zu: bis vor Kurzem wußte ich nicht einmal, was Sternenkinder sind.
Als es dann zum Politikum wurde, konnte ich mich auch vor dieser Information nicht wehren.

Für die, die auch so unbedarft sind: Sternenkinder sind die Kinder, die als Totgeburt weniger als 500 Gramm wiegen und bisher als Kliniksonderabfall entsorgt wurden.
Das war aber für betroffene Eltern UND einige Politiker ethisch und moralisch verwerflich und man entschied, daß auch diese toten Föten beim Standesamt einzutragen und entsprechend zu beerdigen sind.
Doch wie es bei Neuerungen mal so ist, hatten einige Standesämter eine unzureichende zeitnahe Vorbereitung -  entsprechende Formulare fehlten, was die Bundesfamilienministerin Schröder als respektlos anprangerte (nachzulesen HIER)

So - und nun frage ich mich (und stelle das mal zu Diskussion), ob ein Fötus unter 500 Gramm WIRKLICH in eine Stammbuch eingetragen werden soll und wofür? Mir erschließt sich dieser Vorgang der Bürokratie nicht als respektlos und hoffe darauf, daß hier eventuell jemand meine Denkschleife entwirrt.
For there is nothing either good or bad, but thinking makes it so.  - William Shakespeare-

Offline Hägar

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Re: Sternenkinder
« Antwort #1 am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 20:23:16 »
...ohne mich selbst damit beschäftigt zu haben und nur mein erster Gedanke: glaube da muss man unterscheiden zwischen "beteiligt" und "unbeteiligt"...dem einfachen normalen gesunden Menschenverstand folgend ist das wohl nicht nötig...der Verarbeitung einer Totgeburt durch Eltern und Angehörige kann es sehr wohl dienend sein...auch wenn viel Aufwand (und Kosten) damit verbunden ist....

Offline eilandhegel

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Re: Sternenkinder
« Antwort #2 am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 20:44:18 »
Es ist doch auch die Frage wann menschliches Leben beginnt.

In den USA streiten sie sich darüber leidenschaftlicher als hier. Jede Gesellschaft muss da einen Kompromiss finden.

Für mich ist die Grenze die 14. Schwangerschaftswoche, die Abtreibungsgrenze.
Ein Fötus der älter ist sollte nicht mehr im Müll landen wenn er oder sie es nicht schafft.
"Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid."
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Sanni

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Re: Sternenkinder
« Antwort #3 am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 20:50:49 »
Ein sensibles Thema (ob das HIER richtig ist  ??? )

Für mein Verständnis ist die Vorgehensweise Totgeburten NICHT als Sondermüll zu entsorgen ein wichtiger Aspekt
für die Betroffenen. Das darf aber - für mein Verständnis - nicht an einem Gewicht festgemacht werden.

Den betroffenen Eltern sollte auf jeden Fall die Möglichkeit gegeben werden sich würdevoll von dem
erwarteten Kind zu verabschieden.
Warum das beim Standesamt eingetragen werden muss erschließt sich mir nicht.

Offline Hägar

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Re: Sternenkinder
« Antwort #4 am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 21:54:07 »
Ein sensibles Thema (ob das HIER richtig ist  ??? )

Für mein Verständnis ist die Vorgehensweise Totgeburten NICHT als Sondermüll zu entsorgen ein wichtiger Aspekt
für die Betroffenen. Das darf aber - für mein Verständnis - nicht an einem Gewicht festgemacht werden.

Den betroffenen Eltern sollte auf jeden Fall die Möglichkeit gegeben werden sich würdevoll von dem
erwarteten Kind zu verabschieden.
Warum das beim Standesamt eingetragen werden muss erschließt sich mir nicht.


Offline Hägar

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Re: Sternenkinder
« Antwort #5 am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 21:54:32 »
...das ist genau das was ich meinte.....

Deichlamm

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Re: Sternenkinder
« Antwort #6 am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 23:23:31 »
Spontaner Gedanke: Gebt den Eltern ihr Sternenkind mit nach Hause und lasst sie damit tun, was sie für richtig halten. Da dann aber nicht geklärt ist, wann ein Mensch ein Mensch ist und Bestattungen - wenn es denn offiziell welche sind - auf privatem Grund verboten sind, gibt es einen Rattenschwanz an Verwaltung. Städtische Gesetze mit städtischem Denken für städtische Menschen. Was spricht gegen das Sternenkind unter dem Lieblingsbaum - wenn man es will und erträgt?

Ich wünsche mir einen Freund, der meine Asche in die Nordsee streut - das ist dann aber schon eine ausgewachsene Straftat...

 ::)

Stefan

Offline eilandhegel

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Re: Sternenkinder
« Antwort #7 am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 23:27:42 »


Ich wünsche mir einen Freund, der meine Asche in die Nordsee streut - das ist dann aber schon eine ausgewachsene Straftat...




Wie in "The Big Lebowski" - In Holland ist das möglich...
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Deichlamm

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Re: Sternenkinder
« Antwort #8 am: Dienstag, 21. Mai 2013 - 23:33:14 »
Zitat
In Holland ist das möglich...

Na dann, wegen denen heißt die Nordsee schließlich Nordsee

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Offline ToRü | ToРуз

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Re: Sternenkinder
« Antwort #9 am: Mittwoch, 22. Mai 2013 - 09:41:25 »
Ich denke, dass es bei der gesetzlichen Regelung dieses schwierigen Themas darum ging, dass die betroffenen Eltern das tote Kind als Person rechtlich anerkennen lassen können.
Das war den Initiatoren dieser Gesetzesänderung, ein betroffenes Ehepaar, und anderen Betroffenen wohl nachvollziehbar wichtig. Ich glaube, dass es vorrangig darum ging; daraus ergibt sich natürlich auch die Möglichkeit der Bestattung - allerdings dann auch mit den bestattungsrechtlichen Einschränkungen, die man dann in kauf nimmt.

Es geht um die Anerkennung als Person.
Respektiere jede Meinung. Gefallen muss sie mir ja nicht. Und das sag ich dann auch.
Toleranz ist immer die Toleranz der anderen.
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Offline Brilonius

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Re: Sternenkinder
« Antwort #10 am: Mittwoch, 22. Mai 2013 - 13:20:16 »
Wie hier schon gesagt, ein ganz trauriges Thema. Ich verstehe Eltern, die von ihrem Sternenkind würdevoll Abschied nehmen wollen, von einer Person mit Namen, nicht von Sondermüll.
Zum Thema Registrierung beim Standesamt: Sicherlich hilft es vielen Eltern etwas über die Trauer hinweg, wenn das Sternenkind mit Namen, Geburtsort, Eltern usw. offiziell eingetragen  und so auch nicht von der menschlichen Gemeinschaft vergessen wird.